[Travel] Frankfurter Buchmesse 2016: Mein erstes Mal

Schon häufiger habe ich in den letzten Jahren damit geliebäugelt, einmal zur Frankfurter Buchmesse zu fahren. Doch wie das so ist….es kommt was dazwischen, man vergisst es und zack ist die Messe schon wieder vorbei und man ärgert sich.
Nun, als “Bookstagrammer” und Buchblogger sollte mir solch ein Fehltritt natürlich nicht mehr passieren, also habe ich das Projekt Buchmesse” in diesem Jahr frühzeitig in die Hand genommen.

Meine Erfahrungen zur Buchmesse 2016 möchte ich heute mit euch teilen.

Anreise/Unterkunft:
Rückblickend bin ich sehr froh, dass mein Freund sich durchgesetzt hat und wir bereits am Freitag nach Frankfurt gereist sind, auch wenn unser Messebesuch erst am Samstag beginnen sollte.
Leider konnte ich nicht bereits zu den Fachbesuchertagen (Mi-Fr) nach Frankfurt kommen, doch wenn ich euch einen Tipp geben kann, dann genau diesen.
Solltet ihr irgendwie die Möglichkeit haben, tut ihr gut daran, nicht zu den Privatbesuchertagen auf die Messe zu gehen. Zumindest nicht ausschließlich!
Das Gedränge ist schon riesig und ich persönliche habe die Menschenmassen auf Dauer auch als arg anstrengend empfunden.

In Sachen Unterkunft herrschen in Frankfurt natürlich Messepreise. Zwei kleine Tipps können an dieser Stelle helfen, wenn ihr nicht in der Nähe wohnt und auch nicht unbedingt im 8er-Zimmer der Jugendherberge landen wollt.
Kümmert euch erstens frühzeitig um eure Unterkunft, denn wer zu lange wartet, zahlt definitiv drauf und die besten Unterkünfte sind bereits ausgebucht.

Zweitens kann es sich lohnen im Umland von Frankfurt zu schauen. Unser Hotel lag z.B. auch nicht in der City selbst, sondern ca. 20min Autofahrt von der Messe entfernt. 
Das kommt natürlich nur infrage, wenn ihr mobil seid, aber manche Hotels im Umland haben abgesehen davon auch eine gute Anbindung an die Öffis.
Und für ein paar 100 Euro kann man auch mal die eine oder andere Bahnfahrt inkauf nehmen oder?

Planung ist alles!
Im Vorfeld der Messe habe ich mich häufiger gefragt, ob ich irgendwie zu blauäugig an die Messe gegegangen bin. Überall auf Instagram, Youtube und Co sah und las ich “Messevorbereitung, “Messeplanung” und Co. Ich selbst hatte mich zwar grob informiert, aber keinen festen Terminplan.
Getrieben vom Zwang der Masse habe ich mich dann ein paar Tage vor der Messe doch noch einmal daran gemacht und einen kleinen Plan entworfen.
Hierzu habe ich die offizielle App der Frankfurter Buchmesse zu Hilfe genommen.
Wenn ich euch einen guten Rat geben kann, dann lasst besser die Finger von ihr. 
Zwar kann man in der App super seine Favoriten markieren und in den Kalender importieren, so dass man (theoretisch) immer informiert ist, wer/was/wann/wo.
Das Problem ist nur leider, dass teilweise die Zeiten der App vorne und hinten nicht stimmten und die Importfunktion wichtige Details wie Standort der Veranstaltung und Co nicht mit übernimmt. So muss man doch wieder das Programm öffnen und suchen, auch wenn man eigentlich alles im Handy-Kalender haben sollte.

Für mich war es eine gute Lehrstunde und ich werde mir für die kommenden jahre ganz oldschool einen Terminplan per Hand schreiben, der alle wichtigen Informationen enthält.

Insgesamt solltet ihr aber DEFINITIV planen! 
Auf der Messe selbst ist die Reizüberflutung so wahnsinnig groß, dass man schnell den Überblick verliert und man gar nicht genug Zeit für alle das hat, was man doch eigentlich machen wollte.

Die Messe selbst:
WOW! Mehr Buchstaben braucht dieser Punkt eigentlich nicht! 
Ich bin auch am Tag danach immer noch total überwältigt, wie toll die Buchmesse doch war.
Nicht nur, dass es natürlich der Traum eines jeden Bücherwurms ist, von so so so vielen tollen Titeln, Neuerscheinungen und liebgewonnenen Büchern umgeben zu sein. Die Buchmesse hat einfach ihr ganz eigenes Flair.
Ich muss gestehen, dass ich (zur Erheiterung meines Freundes) die ersten 2 Stunden unserer Besuches völlig paralysiert war und aus dem Staunen kaum raus kam. Erst langsam kam ich an und tat, was ich mir vorgenommen hatte.

Dabei war ich wirklich total überrascht, wie voll die Messe einfach war. Für eine Signierstunde von Nele Neuhaus haben wir uns tatsächlich um 11 Uhr bereits angestellt, obwohl es erst um 13 Uhr losgehen sollte. Tatsächlich erfolgreich war ich erst um 14 Uhr. Wahnsinn oder?
Mir war schon klar, dass einige Signierstunden wahnsinnig überfüllt sein würden, trotzdem fand ich es sehr schade, dass man sich letztlich ganz klar für einen Autor entscheiden musste, da viele Veranstaltungen sehr eng beeinander lagen. Auf zwei weitere Signierstunden musste ich daher leider verzichten, doch die “Krimi-Queen” war es mir einfach wert. 
 

Abgesehen von einigen Veranstaltungen, Talkrunden und Signierstunden, ging es mir vor allem darum, endlich mal die Menschen kennenzulernen, mit denen ich im Rahmen von “All about the books” in den letzten Monaten immer wieder zu tun hatte. Ich habe mich wirklich sehr gefreut, neue Kontakte knüpfen zu können und auch großartige Verlage zu entdecken, die perfekt zu mir und diesen Blog passen. Genauso war es mir eine große Freude einfach mal die Menschen “Hinter den Emails” kennenzulernen und ein wenig Smalltalk zu betreiben. Persönlich ist es einfach am schönsten.

Obwohl mein selbst auferlegtes Bücher-Kaufverbot für die Messe ausgesetzt wurde, habe ich mir tatsächlich kein einziges Buch gekauft. Eine Tatsache, die mich selbst sehr überrascht hat.
Allerdings war der Verkauf ja ohnehin nur am Sonntag gestattet, so dass ich nicht so viele Gelegenheiten hatte “schwach” zu werden.

Insgesamt muss ich sagen, dass die Messe für mich viel zu schnell wieder vorbei war. So viele Eindrücke warten auf die Besucher und wenn man wirklich alles mitnehmen möchte, muss man definitiv mehr als zwei Tage einplanen.
Mal sehen, ob es mir nächstes Jahr gelingt, mir mehr Zeit freizuschaufeln und vielleicht sogar noch einen der Fachbesuchertage mitnehmen zu könne.
Ich freue mich auf jeden Fall schon unglaublich auf das nächste Jahr und die Frankfurter Buchmesse 2017.

Ward ihr schonmal auf der Buchmesse in Frankfurt? 
Wenn ihr dieses Jahr da ward, dann hoffe ich, dass ihr ähnlich begeistert seid wie ich.

Liebe Grüße

                                

[Travel] Foodblogger Dinner im Oliveto Bonn

Vor einigen Wochen flatterte eine Mail in unser Postfach, die sowohl Katie als auch mich aufhorchen ließ. Die liebe Karin vom Bonner Gastro-Blog Bonn geht essen fragte uns, ob wir Lust hätten, an einem Dinner im Hotel Königshof, besser gesagt dem dortigen Restaurant Oliveto teilzunehmen.
Ein Dinner rein für Blogger und streng genommen das erste Event, zu dem wir als Blogger eingeladen wurden. Natürlich hatten wir Lust.

Unter den zahlreichen Food- und Gastrobloggern, Journalisten und Tourismus-Experten waren wir mit unserem “Mutti-Blog”, wie Karin uns scherzhaft bezeichnete, zwar echte Exoten, aber das tat unserer Neugier natürlich keinen Abbruch.

Mit wunderschöner Aussicht auf den Rhein präsentiert sich das Restaurant Oliveto im Stil der 50er/60er Jahre und versprüht einen Charme, den ich auch heute noch nicht ganz zwischen retro und edel einordnen möchte.
Von einem grandiosen Frühstück bis hin zum klassischen Dinner lässt das Restaurant rund um die Uhr die Herzen höher schlagen. Wer sich etwas Besonderes gönnen möchte, dem sei der Champagner-Lunch zu jedem ersten Sonntag im Monat ans Herz gelegt.

Die Wenigsten von euch werden tatsächlich im schönen Rheinland ansäßig sein, doch solltet ihr einen Trip in meine geliebte Heimat und vor allem meine Geburtsstadt Bonn wagen, könnte das Hotel Königshof eine Anlaufstätt für euch sein.
Fernab vom kalten Anlitz eines modernen Betonbaus, der in den Himmel ragt und alles um sich herum in den Schatten stellt, fügt sich das Hotel Königshof unaufdringlich in das Stadtbild rund um den Alten Zoll, den Rhein und vor allem die historische Universität ein.

Ingesamt fünf Gänge warteten auf uns. Fünf Gänge, in denen Chefkoch Alexander Stadler zeigen konnte, dass seiner Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Fast keine Grenzen möchte man sagen, denn das Foodblogger Dinner stand unter dem Motto “Bonner Wasserspiele” und wurde begleitet von Wasser-Sommelière Soledat Sichert. 

Wasser-Was? Ja, ihr habt richtig gelesen und ich muss zugeben, dass dies für mich auch Neuland war. Passend zu jedem Gang bekamen wir Wasser serviert. Von feinperlig bis mineralreich war alles dabei und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass mir bis zu jenem Abend gar nicht bewusst war, wie unterschiedlich Wässer doch schmecken können.

Wo Wasser für mich bisher nur eines war, eben “Wasser”, spielte Soledad Sichert ihre Trümpfe im Rahmen der fünf Gänge fabelhaft aus. Wo es nötig war, gab das Getränk dem Essen das gewisse Etwas oder begleitete den Gang ganz dezent und unaufdringlich.

Kulinarisch ging es dabei auf höchstem Niveau durch Italien, denn Alexander Stadler hat sich nicht nur in Bonn einen Namen gemacht. Mit 14 Punkten im Restaurantführer “Gault Millau” und 2 Bestecken im namhaften “Guide Michelin” ist er auch über die Stadtgrenze hinaus Gourmetfans ein Begriff. 
Lebhaft und voller Leidenschaft präsentierte er uns seine Kreationen, die mit Carpaccio von der Jakobsmuschel starteten und ihren Abschluss mit einer fabelhaften Panna Cotta in Apfelbalsamico-Jus fanden. 

In seiner Gesamtheit wurden wir mit folgendem verwöhnt:

Vorspeise aus Venedig:
Carpaccio von der Jakobsmuschel mit Salat von Salzgras und Gurkenoliven dazu Sepiatinten.

Suppe aus der Toskana:
Aquacotta al Pomodoro mit gegrillten Steinpilzen 

Zwischengang aus dem Piemont:
Warmes Tatar vom Sinta Sinesa Rind, pochiertes Hühnerei gewürzt mit dem Pfeffer der Brunnenkresse

Hauptgang aus Apulien:
Wildschweinsugo mit Vincotto und Kartoffel-Gnocchi

Dessert aus dem Aosta Tal:
Panna Cotta in Apfelbalsamico-Jus



Auch wenn die derart gehobene Küche alles andere als mein Steckenpferd ist, war es eine wunderbare Erfahrung, sich von Alexander Stadler und Soledad Sichert leiten und zu lassen und Außergewöhnliches wie Sepiatinte und Salat von Salzgras zu probieren. 
Satt und zufrieden endete der Ausflug in die Gourmet-Küche schließlich mit einigen Ausführungen rund um die Wässer dieser Welt, deren Grenzen scheinbar auch bei 80€ pro Flasche samt Glitzersteinchen und gutem Gefühl noch nicht erreicht zu sein scheinen. 
 


An dieser Stelle gilt Dank aber auch dem Hotel Königshof und Philipp Suchan, die diesen kulinarischen Ausflug erst ermöglicht haben. Es ist schön zu wissen, dass auch renommierte Häuser wie der Königshof manchmal eben doch nicht über den Tellerrand schauen möchten, sondern ganz bewusst die regionalen Netze und uns Blogger und Schreiberlinge aus der direkten Umgebung suchen.

Neuland sicher auf für das Hotel, wenn man den bisweilen überraschten Blicken von Philipp und seiner sympathischen Kollegin Annika folgte, sobald alle anwesenden Blogger in ihre Smartphone vertieft erst einmal das Essen knipsten und posteten, bevor überhaupt probiert wurde.
Getreu dem alten Blogger-Motto “Es wird nichts gegessen, was nicht vorher fotografiert wurde!
 


 

An dieser Stelle sei noch mein Freund S_says erwähnt, der mich bereitwillig und mindestens genauso neugierig wie ich, spontan zu diesem Dinner begleitete, da meine liebe Katie kurzfristig aus gesundheitlichen Gründe passen musste. Wie es sich für einen guten Blog-Praktikanten gehört, steuerte er das notwendige Bildmaterial zu diesem Post bei und knipste fleißig was das Zeug hielt.

Gar nicht so schlecht für einen Neuankömmling in “Blogger-Land” oder was meint ihr?

Rheinisch-herzliche Grüße

[Travel] London 2015 – Magisch, sportlich, lecker

Es gibt diese Dinge, zu denen wir uns magisch hingezogen fühlen. Es gibt diese Städte, die wir besuchen und uns Hals über Kopf verlieben. Es gibt London.
Vor 3 Jahren habe ich mein Herz an diese Metropole verloren ohne es wirklich zu wollen. Eigentlich stressen mich große Städte sehr, schließlich bin ich ein stolzes Dorfkind. In Berlin halte ich es selten länger als 3-4 Tage aus ohne mich in mein Kaff zurück zu sehnen. In London ist das anders.
Schon damals hätte ich sofort mit Sack und Pack dort bleiben können, egal wie lange, egal weshalb.
Umso größer war natürlich die Vorfreude, als es dieses Jahr erneut in “meine Stadt” ging. 
Doch dieses Mal standen nicht die klassischen Sightseeing-Dinge auf dem Plan, sondern Dinge, über die ich hier auf diesem Blog noch kein Wort verloren habe. 
Erfahrungen, positiv wie negativ und vielleicht ein paar Tipps sollen deshalb das Thema des heutigen Posts sein und vielleicht so den Reisebericht von damals sinnvoll ergänzen.

London 2015 – Ein Update
Anreise:
Günstig nach London zu kommen, ist ja grundsätzlich erst einmal kein Problem. RyanAir und Co machen es möglich und wenn man sich ein bisschen geschickter anstellt, als mein Herzmann und ich, dann steht man auch nicht vor dem Problem vom Airport Stansted zu günstig wie möglich in die City zu kommen.Die schnellste Lösung ist freilich der “Stansted Express”, der vom Flughafen direkt zu “london Victoria” durchfährt. Für knapp 40€ (sofern man vor Ort und nicht vorab bucht) ist man in einer guten Dreiviertelstunde in der Stadt. Wer es günstiger möchte, der greift auf die Bus-Linien zurück.

Wir haben uns letztlich gegen den scheinbar so günstigen EasyBus entschieden und waren beim Anblick der etwas fragwürdigen 9-Sitzer-Busse auch sehr froh drum. Für knapp 10 Pfund ging es letztlich mit einem vernünftigen Reisebus hinein in die Stadt. 2 Stunden Fahrtzeit in der morgendlichen Rush-Hour sind vielleicht nicht jedermanns Sache, aber wenn man sparen will, nimmt man das in Kauf.Eine vernünftige Alternative zum Zug sind die Busse auf jeden Fall, auch wenn das groß angepriesene W-Lan eher eine Werbeente als funktionierender Luxus ist.

Hotel:
Zum diesem Thema möchte ich eigentlich gar keine großen Worte verlieren, denn bereits in meinem letzten Reisebericht habe ich dazu Tipps gegeben. Auch in diesem Jahr sollte das Domizil wieder im Vorort “Croydon” liegen. Etwas wagemutig buchten wir das EasyHotel und wurden ein wenig “überrascht”. Zu sehr ins Detail möchte ich gar nicht gehen, aber letztlich sind wir nach nur einer von 4 Nächten wieder ausgezogen und haben uns im bereits bekannten “HolidayInn Express” einquartiert. Übernachten in London ist eben so eine Sache und im Zweifel ein teurer Spaß…

Es wird magisch: 
Einer der Hauptgründe der Londonreise war zweifelsfrei die Geschichte um den kleinen Zauberer mit der Narbe auf der Stirn. Dass ich ein absoluter Potterhead bin und die Bücher liebe wie keine anderen, ist auch meinem Herzmann nicht verborgen geblieben, weshalb er mir einen Besuch in den Studios zu Weihnachten geschenkt hat.Einmal durch die Winkelgasse laufen, einmal in der großen Halle stehen. Butterbier probieren und bei Hagrid an die Tür klopfen… 
  
Vor einiger Zeit gab es zwar bei uns in Köln eine Ausstellung rund um Harry, Hermine und Co, doch ich muss zugeben, dass sie mich nicht so sehr gereizt hat. Nachdem ich vermehrt gehört habe, dass es für Erwachsene gemessen am Preis relativ wenig lohnenswertes zu sehen gab, sparte ich mir den Besuch. Natürlich muss man keinen Hehl daraus machen, dass auch die Studiotour in London kein Schnäppchen war, doch sie hat sich gelohnt.Zu Beginn hatten wir uns entschieden ein komplettes Reisepaket zu buchen, das den Bustransfer zu den weit außerhalb gelegenen Studios beinhaltete. Obwohl die Idee zuerst nur aus der Not geboren war, bin ich rückblickend wirklich froh, dass wir uns so entschieden haben.Ausgehend von London Victoria Coach Station fuhr der Bus eine knappe Stunde an die Stadtgrenze. Zuerst erschienen die geplanten 4 Stunden Aufenthalt recht wenig, doch letztlich lässt sich in der Zeit die ganze Ausstellung völlig in Ruhe und ohne Hast besuchen. Das beruhigende Gefühl zu wissen, dass man zielgenau dorthin und von dort wieder weg kommt, war zumindest mir sehr viel wert.Sicher gibt es auch Bus- und Zugverbindungen zu den Studios, doch letztlich würde ich jedem wärmstens empfehlen, eine dieser Komplettreisen zu buchen. Es erspart einem sehr viel Stress…..sofern man den Abfahrtspunkt findet, aber das ist eine etwas andere Geschichte.

Die Tour an sich begann mit einer kleine Kinovorführung. Harry, Hermine und Ron erinnerten sich darin zunächst an die vielen Jahre, die sie in diesen Studios verbracht hatten. Ein paar Anekdoten und viele Backstageaufnahmen machten Lust auf mehr. Kaum war das letzte Bild über die Leinwand gegangen erstrahlte vor unseren verdutzten Augen auch schon das wahrhaftige Eingangstor zu Hogwarts. 
Auch wenn der Herzmann und ich schon die 30 gut im Blick haben, fühlten wir uns trotzdem kurz erschlagen von diesem Anblick.Hogwarts, leibhaftig und direkt vor uns, da wird man schonmal zu kleinen Schulanfänger, der aus dem Staunen nicht mehr hinaus kommt. 

 
Letztlich zog sich dieses Staunen und ungläubige Umherschauen durch die ganze Tour. Ehe man sich versieht steht man am Gleis 9 3/4 und wartet auf den Hogwartsexpress und sitzt in Abteilen neben Hedwig und Krummbein. 

Wer schon einmal in Kingscross war, der kennt vielleicht das touristengerecht installierte Gleis 9 3/4, vor dem sich lange Schlangen bilden, weil jeder natürlich ein Foto machen möchte. 

Als ich 2012 einmal dort war, war von Touristen kaum etwas zu sehen. Damals hatte ich den eingemauerten Kofferwagen für mich alleine und konnte ganz in Ruhe mein Bild schießen.Doch auch damals konnte das Gleis mit dem Originalbahnhof nicht mithalten.


Mit Fug und Recht möchte ich sagen, dass die Studio Tour in London für jeden Liebhaber der Potter-Bücher ein absolutes Highlight sein wird. Ein Muss sogar eigentlich, denn die Eindrücke, die man dort bekommt und die Nähe zu der Geschichte, die man plötzlich spürt, kann einem niemand mehr nehmen.Ein ganz tolles Erlebnis, das ich so schnell nicht wieder vergessen werde….

New balls please und sparen in London: 
Sport an sich ist ja auch so ein Thema. Nicht nur für mich, sondern ganz besonders auch für meinen Herzmann. Gemeinsam teilen wir uns die Liebe, die Leidenschaft und manchmal auch den Hass auf die Sportart auf der roten Asche.
Als Tennisspieler und Liebhaber dieses Sports, lag es natürlich nahe, dem heiligen Rasen von Wimbledon einen Besuch abzustatten.Als ich dachte, ich hätte vor den Toren von Hogwarts gestaunt, hatte ich die Atmosphäre im All England Lawn Tennis Club unterschätzt.

Es hatte in der Tat etwas Heiliges und ich glaube, hätte man mich auf den Rasen des Centercourts gelassen, hätte ich angefangen zu weinen vor Glück.Dass das freilich dem durchschnittlichen Londonbesucher anders gehen wird, verstehe ich voll und ganz. Wer aber den weißen Sport genauso liebt und lebt wie ich, der wird mich verstehen. 

  
Das was für euch an der Sache aber wirklich interessant sein könnte, ist etwas anderes.
Vor unserer Reise nach London haben wir uns ein wenig informiert und auch mit Freunden und Bekannten über die Stadt gesprochen. So kamen wir auf den sog. “London-Pass”. Nach Vorabzahlung von knapp 100€ konnten wir zahlreiche Sehenswürdigkeiten der Stadt, Museen, Arenen usw. umsonst besuchen und hatte gleichzeitig bevorzugten Eintritt, der uns die Wartschlangen umgehen ließ.Hundert Euro sind natürlich eine Stange Geld, doch nachdem ich einmal meine Vorhaben zusammen gerechnet hatte, wurde mir recht schnell klar, dass wir das Geld bereits mit 3 Stationen wieder raushaben würden. 

Genutzt haben wir den Pass wirklich ausgiebig und ich kann ihn euch nur wärmstens ans Herz legen, sofern ihr euch 3 oder mehr Tage in London aufhaltet und neben den klassisches Touristen-Attraktionen noch andere Dinge besuchen wollt.  

Kulinarische Highlights und optische Flops: 
Nachdem wir die Angebote des Londonpass mehr als ausgiebigst genutzt hatten, sollten natürlich auch die Klassiker wie Big Ben und die Tower Bridge nicht zu kurz kommen.Bevor wir zu Madame Tussauds wollten, schlenderten wir also am Buckingham Palace vorbei, durch den St. James Park (wo diesmal nicht ein einziges Eichhörnchen zu sehen war…) zu Big Ben und dem London Eye, um wenigstens ein wenig das allgemeine Touri-Programm abzudecken.Trotz zahlreicher Besuche in der Hauptstadt habe ich es bisher nie geschafft, Madame Tussauds zu besuchen und deshalb war meine Vorfreude natürlich enorm. 

Doch was soll ich sagen? Ich war enttäuscht! 
Die 30 Pfund hätte ich auch sinnvoller oder sinnloser bei Boots oder Superdrug ausgeben können. Für mich lieblos gestaltet, standen die Puppen zu Hauf in einem Raum. Vielleicht habe ich zu viel erwartet, doch begeistern konnte mich das Ganze nicht.Einzig für die neue Star Wars – Ausstellung hatte man sich viel Mühe gegeben und tolle Kulissen geschaffen. Retten konnte das meinen allgemeinen Eindruck aber nicht mehr.Ich würde einen Besuch dort nicht empfehlen, auch wenn es natürlich eine rein subjektive Sicht ist. Das Geld hätte man sinnvoller investieren können.

Letztlich gerettet hat meinen Abend aber der nackte Koch… 
Jamie Oliver betreibt zahlreiche Restaurants in ganz London und natürlich wollten wir uns es nicht nehmen lassen, einem dieser Tempel mal einen Besuch abzustatten.Was soll ich sagen?Mit Blick auf die Tower Bridge habe ich die gefühlt besten (und teuersten) Nudeln meines Lebens gegessen. Ein Stopp, der sich im Vergleich zu den Wachsfiguren eindeutig gelohnt hat.
  
Fazit der ganzen Reise ist natürlich einmal mehr, dass selbst 5 Tage London viel zu kurz sind, um in dieser phantastischen Stadt auch nur ansatzweise alles zu erleben, was man gerne erleben möchte. 

Fazit ist ebenso, dass London immer für eine Überraschung gut ist. Kaum hatten wir uns versehen gerieten wir völlig ahnungslos in die London Pride- Parade auf der komplett gesperrten Oxford Street. Für uns Rheinländer ein wenig wie Karneval im Sommer und auf jeden Fall ein großartiges Erlebnis. Wenn auch ungeplant…. 

Ich hoffe, dass ich bis zu meinem nächsten Trip in diese, “meine” Stadt nicht erneut drei Jahre warten muss.  

Sollte jemand mich mitnehmen wollen, ich bin sofort dabei, denn London, das ist eines dieser Dinge, in die wie uns verlieben und von dem wir nicht mehr lassen können.
 

[Travel] Einfach mal so – Entführung nach Amsterdam

Guten Abend meine Lieben!

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?! 
Dachte sich wohl auch mein lieber Ehemann, als er sich überlegt hat, was ich wohl zum Geburtstag bekomme. Ich stehe ja total auf Städtetrips und wir haben in den letzten Jahren wirklich die ein oder andere Stadt besucht, aber irgendwie war uns Amsterdam dadurch gegangen. Dabei benötigt man grad mal 2 1/2 Stunden mit dem Auto vom Kölner Umland bis dahin. Schwerer Fehler, dass wir noch nie da waren. Sonst wären wir mit Sicherheit schon öfters in der Grachten-Stadt gewesen.

Und so begab es sich, dass ich vor wenigen Wochen ein Köfferchen für zwei Übernachtungen packen musste, freitags mittags von der Arbeit abgeholt und ins Ungewisse entführt wurde. Gut, nach dem die Autobahn-Schilder doch immer deutlicher Richtung Holland wiesen, hab ich dann gefragt ob wir wohl nach Amsterdam fahren!?!? 🙂 Und da konnte er seine Planungen nicht mehr für sich behalten <3

Ui, was hab ich mich gefreut, sag ich euch. Und dann hatte ich wirklich ein wunderbares Geburtstags-Wochenende!

Gewohnt haben wir ein kleines bisschen außerhalb, dafür aber direkt an der Autobahn und fußläufig zur Tram, im Mercure Hotel Amsterdam City. Da Amsterdam jetzt nicht zwingend Schnäppchen-Zimmerpreise anbietet, lohnt es sich wirklich, etwas außerhalb zu bleiben. Unser Zimmer war wirklich super, riesig groß (extra für meinen Geburtstag so gebucht), freundliches Personal und ein echt gutes Frühstücksbuffet. Bis zur Tramhaltestelle war es nur ein kleiner Spaziergang über eine Brücke der Amstel und dort fuhr alle viertel Stunde eine Bahn innerhalb von 20 Minuten direkt in die City.

Da ich ja nun mal keine Zeit hatte den Reiseführer auswendig zu lernen, hab ich mir nach unserer Ankunft im Hotel nur einen kurzen Überblick verschafft. Wir haben uns letztlich gemeinsam ein paar wenige Punkte rausgesucht die uns wichtig waren zu sehen um die 2 1/2 Tage so relaxed wie möglich verbringen zu können. Und das war auch gut so.

Ich möchte euch gar nicht viel zu Amsterdam erzählen, sondern werde ein paar Bilder sprechen lassen. Einfach hinfahren und berieseln lassen. Ist ja keine Mega-City wie New York, wo sich ein ordentlicher Plan schon lohnt 😉

Nun meine persönlichen Amsterdam-Highlights :

  •  Fahrt mit einer Barkasse durch die Grachten

  • Tretbootfahren durch die Grachtenringe

    

  • Spaziergang durchs Jordaan-Viertel

  •  Erklimmen des Turms der Westerkerk

 

  • abendliche Führung durch das Rotlicht-Viertel

Jaaaaa, hierzu gibt’s von mir an dieser Stelle keine Fotos. Ich habe nämlich festgestellt, dass auf den paar wenigen Bildern die wir von dieser grandios guten, lustigen und erhellenden Führung nur nicht-jugendfreie Inhalte zu finden sind. Nix schlimmes, aber ich weiß nicht, ob hier Kinder mit lesen und daher: keine Fotos von mir!

Den Veranstalter der Stadtführung muss ich kurz nennen, weil unser Guide einfach so geil grandios gut war: Sandemans New Europe

Ich bin wirklich sehr begeistert von Amsterdam. Mich kriegt man eh ganz einfach, wenn durch eine Stadt viiiiel Wasser fließt… 😉 Aber hier machts einfach das Gesamtpaket. Wasser, hübsche Häuser, tolle Blumen und diese süßen Hausboote! Da hätte ich gern eins von 😀

Wer auf Museen steht – hier gibt es über 50 Stück. Da ich da nicht so der Fan von bin und das Wetter auch einfach viel zu gut war, haben wir die Museen ausgelassen. Wir waren nur kurz da um dieses “I amsterdam” Kunstwerk anzugucken – aber es war super voll da und daher doof zu fotografieren. Hat sich jetzt nicht gelohnt extra dafür hinzufahren. Das war aber auch echt der einzige Kritikpunkte. Ansonsten war wirklich alles top.

Zum Essen gehen möchte ich noch kurz sagen, dass in Amsterdam generell mehr gesnackt wird als richtig gegessen – kam uns jedenfalls so vor. Geht wunderbar auf den ganzen Märkten und in den niedlichen Restaurants mit Terassen auf Hausbooten oder an der Gracht.


Und zum Abchluss – wenn Sie nix können, aber Blumen können Sie. Und das ist nicht Holland-feindlich gemeint – gaaaaar niiicht!!!! – aber hinter den Blumenprachten steht einfach alles andere zurück.


Ich hoffe, ihr habt nun einen kleinen Eindruck von Amsterdam erhalten und habt nun Lust, selber hinzufahren. Oder seid ihr gar selber schon dort gewesen? Habt ihr Lieblingsstädte?? Oder welche, wo ihr grad gar nicht mehr hinwollt?? 

Lasst es mich wissen, denn ich liebe Verreisen und vorallem Städtetrips!!!

Liebste Grüße,
bis Donnerstag zu Sweet Sensations #21!!

Eure


[Travel] Spanien – Churros, Flamenco y la tradicion

Meine Lieben,

vor einigen Wochen hatte ich das große Glück, mir noch eine klitzekleine Auszeit von einigen wenigen Tagen gönnen zu können und so packte ich schnell meine sieben Sachen und düste kurz ab nach Spanien.
Wer mich schon ein bisschen auf meinem Blogger-Weg begleitet, der weiß, wie sehr ich mein Herz an dieses Land verloren habe. Dieses Mal hatte ich besonderes Glück, denn in meiner kleinen Stadt war gerade die Zeit der “Feria de mayo” gekommen.
“Feria” ist ursprünglich so etwas wie eine Messe, wir Deutschen würden es aber wohl eher als Volksfest, Rummel oder ähnliches bezeichnen.
Während meiner Zeit in Andalusien habe ich leider die Mutter aller Ferias in Sevilla verpasst und es doch sehr bereut, denn Feria bedeutet nicht nur Spaß haben, ausgehen, und tanzen, sondern eben auch spanische Tradition.

Wie das mit Traditionen so ist, werden sie gerne von anderen übernommen und somit ist die “Feria de mayo” im Endeffekt auch nichts anderes gewesen, als die kleinstädtische Kopie der Sevillianer Feria.

Da ich besonders den traditionellen Aspekt liebe und mir das Herz aufgegangen ist, als ich an den beiden wichtigsten Tagen (Mittwoch – Feriaeröffnung und Sonntag- Tag des Umzuges) in der Menschenmasse stand und mich vom bunten Treiben habe mitziehen lassen, möchte ich wenigstens ein paar Eindrücke mit euch teilen.

Nachdem der Bürgermeister und zaaaaaaaahlreiche andere wichtige Menschen etwas gesagt haben und alle erdenklichen Hymnen (Nationalhymne, Landeshymne, Stadthymne etc.) gespielt wurden, wird die Feria für eröffnet erklärt, was so viel bedeutet, dass unter lauten “aaahs” und “ooohs” nach und nach tausende kleine Lampen, die über den ganzen Festplatz verteilt sind, angeschaltet werden und die Feria eben in voller Pracht erstrahlen kann.

Anschließend erfreuen sich alle an einem gigantischen Feuerwerk und der offizielle Teil ist beendet.

Ihr fragt zurecht, warum mich auch dieser erste Tag so fasziniert hat.
Nun, es sind die Dinge, die sich in den vielen kleinen Festzelten abspielen und die ganze Atmosphäre rund um die Feria.

Es ist die Tradition, die wie ein Geist durch die Stadt weht.
Frauen, ob als oder jung tragen Flamencokleider und selbst die Kleinsten stöckeln schon stolz und erhaben in ihren Minikleidchen und wedelnden Fächern über den Platz.

Paare tanzen Flamenco in den Zelten und ich stand jedes Mal wie ein kleines Kind staunend davor.
Ich liebe Flamenco und würde ihn verdammt gerne tanzen können.

Wenn man über den Platz wandelt, bekommt man ganz schnell das Gefühl des trotzigen Spaniens, das sich auch mit steigenden Arbeitslosenzahlen, Jugendarmut und auch trotz Wirtschaftskrise und Euro einfach nicht unterkriegen lassen will.
Feria ist Tradition und auf Traditionen sind die Spanier eben sehr stolz.



 In Malaga bin ich ihnen verfallen und auch heute habe ich einfach nichts dazu gelernt.
Churros!
Super lecker, aber auch super fettig. Nach 3-4 Teigstangen ist bei mir eigentlich Schluss.
Wie gesagt… eigentlich.
So fabelhaft wie in Andalusien “con chocolate”, die am Ende eh keiner mehr austrinken kann, habe ich sie nie wieder gegessen, aber man nimmt ja manchmal auch was man bekommen kann und so musste auch dieses Mal natürlich wieder eine kleine Tüte her.

Solltet ihr irgendwann einmal die Gelegenheit haben, eine Feria zu besuchen, nutzt sie!
Spanien ist eben doch so viel mehr als “Malle” und “Calaratata” ^^

Aber vergesst eure Blumen im Haar nicht, sonst fallt ihr direkt (wie ich) unangenehm auf und es dauert nicht lange, bis ihr auf euer “Defizit” angesprochen werdet….

Falls ihr schon mal auf einer Feria ward, erzählt mir davon.
Wo? Wie wars?
Noch mal hin oder einmal und nie wieder?

Ansonsten wünsche ich euch ein wundervolles Restwochenende und hoffe, mein kleiner Ausflug mit euch hat euch auch gefallen.

Liebe Grüße

[Travel] Kambodscha – Einem Land auf der Spur

Meine Lieben,

ich bin zwar schon eine ganze Weil wieder zurück und langam aber sicher ist der kreative Alltag auf diesem Blog eingekehrt, trotzdem möchte ich das Kapitel Kambodscha nicht so einfach schließen, ohne euch alles erzählt zu haben.
Denn so zauberhaft dieses Land auch ist, es hat eben auch dunkle Zeiten hinter sich und zählt nicht ohne Grund nun zu den Entwicklungsländern dieser Welt.

Zu einem meiner ersten Posts aus Phnom Penh schrieb eine liebe Leserin, dass sie es spannend findet, mich auf die Suche nach dem “wahren” Kambodscha zu begleiten.
Nun, ob ich es in der kurzen Zeit gefunden habe, weiß ich nicht.
Ich habe auf jeden Fall ein paar Wahrheiten mit nach Deutschland und mit in “meine Welt” genommen.

Es sind Bilder und Eindrücke, die bei mir oft hängen bleiben, nicht die ellenlangen Texte in Reiseführern, Erklärungen in Museen oder dergleichen. Ein Bild, das sich mir eingebrannt hat, wie kein anderes, war das eines kleinen Jungen am Straßenrand irgendwo zwischen Phnom Penh, Siem Reap oder der Grenze zu Thailand.
Ein kleiner Junge vom Land, nicht im Ansatz so privilegiert, wie die Kinder in der Stadt, bei weitem nicht so privilegiert, wie wir in Europa und erst recht nicht so gesegnet, wie viele Kinder in Deutschland.
Er stand am Straßenrand, lachend und winkend, mit einem Stück aus einem alten Reissack, das er zu einem Drachen gebaut hatte.
Ein Drache, der niemals fliegen konnte und trotzdem rannte der Junge fröhlich mit ihm unserem Bus hinterher und schien zufrieden.

“Remember: Someone is happy with less than you have”
Wahre Worte, wenn ihr mich fragt, denn wenn ich in diesem Land, 10.000km von uns entfernt eines gelernt habe, dann Zufriedenheit.
Obwohl man dort so oft mit (in unseren Augen) Missständen konfrontiert wird, mit Provisorien, die uns Gruseln lassen, mit Armut, mit weniger als wenig, so hatte ich zumindest niemals das Gefühl unglückliche Menschen zu treffen.
Ich habe für mich in jedem Fall den Gedanken mitgenommen, Wertschätzung neu zu lernen, denn unsere Westler-Probleme sind nicht die, die die Welt tatsächlich aus den Fugen heben.
Versteht mich nicht falsch, ich stelle niemanden an den Pranger dafür, dass ihm (überspitzt gesagt) die Wahl zwischen neuem IPhone 5 und dem alten Vierer ein ernsthaftes Problem bereitet, ich verurteile niemanden dafür, dass er unglücklich ist, weil er die neusten LEs einfach nicht findet oder sie schon abgegrast sind.
Wir arbeiten alle (hart) für unseren Wohlstand und doch haben wir eben auch Glück gehabt, dass wir auf dieser (Sonnen-)Seite der Erde gelandet sind.
Daran sollten wir uns wohl ab und an mal wieder erinnern.
Das Highlight an Kambodscha sind die Menschen, sagt meine Hälfte gerne und auch das stimmt.
Trotzdem fragte ich mich mehr als ein Mal, warum sich niemand gegen die Diktatur, gegen die strengen Regeln und gegen das noch immer herrschende Regime wehrt.
Denn auch heute noch ist Kambodscha keinesfalls ein freies Land.
Die Medien sind nach wie vor regierungsbestimmt und dass Phnom Penh zum Besuch von Barack Obama im vergangenen Winter auf Links gekrempelt und von “unschönen” Dingen wie Bettlern und Obdachlosen befreit wurde, wissen auch nur die, die es vor Ort mit eigenen Augen gesehen haben.
Trotzdem sind die Kambodschaner zufrieden und wenn man sich etwas auf die Geschichte des Landes einlässt, dann versteht man auch schnell warum.
Das Land ist schlicht müde, gebeutelt von Gewalt und der Schreckensherrschaft der Roten Khmer und sehnt sich nach Frieden.
Ich habe mich einige Tage davor gedrückt, die Stätten der Gewalt, die Killing Fields und das Tuol Sleng Gefängnis zu besuchen, die das Land doch eben so prägten und ohne deren Besuch man wahrscheinlich gar nichts versteht.
Mein Blog ist der falsche Ort, um über die Gräueltaten und das Schicksal der Menschen zu philosophieren und wahrscheinlich habe ich nicht mal im Ansatz genug Wissen, um es euch korrekt zu erzählen.
Trotzdem möchte ich ein paar Bilder mit euch teilen und euch wenigstens ein bisschen verstehen lassen, was dieses blühende Land zu dem gemacht hat, was es heute nur noch ist.

 

Das Tuol Sleng Gefängnis, eine alte Grundschule, die fast unschuldig mitten in den Straßen von Phnom Penh liegt und für viele Menschen während der Zeit der Roten Khmer die letzte Station vor ihrer Hinrichtung war.

Bilder, die mir nicht aus dem Kopf gehen. 
Der wunderschöne alte Magnolienbaum und direkt daneben der Holz-Galgen, an dem getötet und gefoltert wurde.
Eine ironische Kombination, wenn ihr mich fragt.

Wenn der Klassenraum, zur Zelle wird.
Haben wir nicht alle mal in jungen Jahren genau diesen Gedanken gehabt, wenn wir in die Schule mussten?
Nun, dieser ehemalige Klassenraum wurde zu einer Einzelzelle für gehobene Gefangene umfunktioniert. Ein sehr beklemmendes Gefühl, dort drin zu stehen und zu wissen, dass die Menschen, die es vor mehr als 20 Jahren getan haben, wussten, dass sie hier auf ihren Tod warten würden.

Die “Killing Fields” außerhalb von Phnom Penh, auf denen die Insassen der Gefängnisse hingerichtet und in solchen Massengräbern “beerdigt” wurden sind ebenfalls ein Ort voller Ironie.
Friedlich liegen die Felder vor einem, wenn man sie heute betritt, doch wann immer man genauer hinsieht und auf dem Boden noch heute Stoffreste von Gefangenenkleidung zwischen den Baumwurzeln entdeckt, wird man erinnert, dass dieser Boden mit Blut getränkt ist.

Eine besonders schöne Geste waren für mich diese Bändchen, die an allen Zäunen der gefundenen Massengräber hingen. Wahrscheinlich kommen sie aus aller Welt, von Menschen unterschiedlichster Herkunft und mich unterschiedlichsten Geschichten.
Leider trug ich am Tag meines Besuches keinen Schmuck, doch gerne hätte ich auch ein Band als Zeichen meiner Anteilnahme dort gelassen.
Meine Lieben, ich glaube dieser Post ist mit Abstand einer derjenigen, die mir am meisten Mühe bereitet haben und mir am meisten an die Nieren gegangen ist. Vielleicht passt er mit seiner Nachdenklichkeit auch so gar nicht in die bunte und fröhliche Kreativwelt, die ich hier versuche zu erschaffen.
Trotzdem wollte ich auch diese Seite meiner Reise mit euch teilen und hoffe, es ist mir gelungen.
Eine Übersicht über alle meine Stationen findet ihr nun hier unten und unter der Rubrik “Verreisen”.
 

* Erste Eindrücke aus Phnom Penh

* Koh Rung Samloem – Die Insel zum Träumen

* Phnom Penh: Shoppen und Gutes tun



* Siem Reap: Angkor, die Stadt der Tempel

* Bangkok: Die etwas andere Anreise

* Bangkok: Sightseeing und Eindrücke

* Bangkok: Shoppingtipps: Märkte, Malls und Allerlei

Damit soll das Kapitel “Kambodscha” nun auf meinem Blog auch einen Abschluss finden.
Ein letztes Eye-Candy habe ich noch übrig, aber das verwahre ich mir, euch und uns für graue, fiese Regentage 😉
Einen schönen Restsonntag wünscht euch

[Travel] Thailand – Von Ehrgeiz und “buntem Tesa”

Meine Lieben,

es gibt diese Momente, in denen man erkennt, dass man sich eben doch wirklich glücklich schätzen kann. Einer dieser Momente ereilte mich zuletzt in Bangkok.
Der Trip von Kambodscha nach Thailand folgte einer ganz speziellen Mission.
Auf einem sehr großen Kreativblog, den ich bis zu dieser Reise auch sehr toll fand, hatte ich einige Tipps rund um Kreativshopping in der Metropole gelesen und war schier begeistert.
Washitapes in Hülle und Fülle und zu Spottpreisen, ganz tolle weitere Tapes, die wir in Deutschland gar nicht kennen, Craftshops über und über….und alles sooo billig, dass man sich Massen mit nach Hause genommen hatte…

Klingt toll oder?
Tja, das dachte sich besagte Bloggerin scheinbar auch, denn mehr heiße Luft waren all diese Tipps nicht.
Nicht ein Shop entsprach der Beschreibung, von den scheinbar spottbilligen Preisen zumindest in diesen besagten Läden ganz zu schweigen.

Ich will mich jetzt gar nicht länger vor euch darüber ärgern, jeder soll selbst wissen, wie ehrlich oder unehrlich er seine Posts verfasst. Ich finde es nur ziemlich doof, Dinge als “Tipps” zu verkaufen, die schlicht an den Haaren herbei gezogen sind.

Warum ich mich trotzdem glücklich geschätzt habe, lag bei meiner lieben Hälfte.
Voller Vorfreude stürmte ich in die Shops, wühlte mich durch die Märkte und war so bitter enttäuscht, dass ich entweder keine Tapes und DIY-Sachen gefunden habe oder eben Preise wie in Deutschland zahlen sollte, dass ich irgendwann aufgeben wollte und keine Lust mehr auf Bänder, Papiere, Schleifchen und den ganzen Kram hatte.
Doch Hälfte wusste, dass mir das tief in meinem Herzen eben doch ein großes Bedürfnis war, mit ein paar Rollen Tape nach Hause zu fahren und so stellte er halb Bangkok auf den Kopf, bis wir tatsächlich einen Laden gefunden haben, der schöne und vor allem so wundervoll günstige Maskingtapes führte, dass ich nur zuschlagen konnte.

Mal ehrlich, welcher Mann geht freiwillig in jedes Kaufhaus einer solchen Millionenstadt und durchforstet fast jeden Wochenmarkt nur wegen ein paar blöden Klebebändern?

Eben! Und deshalb schätze ich mich glücklich <3

Bis zum Ziel haben wir vieles gesehen und ich will es gar nicht als “Shoppingtipps” titulieren, sondern euch lieber ein paar einfache Eindrücke zeigen:

So verrückt es klingt, aber die Shopping-Malls in Bangkok finden sich tatsächlich als Empfehlungen in Reiseführern wieder.
Dass man direkt drei oder vier dieser Kolosse auf einem Fleck findet, ist ebenfalls keine Seltenheit.
Für Hälfte und mich war soviel Überfluss und Konsum fast ein kleiner Kulturschock (für ihn natürlich noch mehr als für mich), denn auch in Phnom Penh gibt es nur eine kleine City-Mall, die nicht im Ansatz mit diesen Giganten vergleichbar ist.
Von westlichen Geschäften ganz zu schweigen…..

Besonders witzig fand ich die Idee von “Terminal 21”, einem Kaufhaus nach dem Konzept eines Flughafens. Jede Etage liegt thematisch in einer anderen Stadt, Übersichtstafeln zeigen die nächsten Events an und am Beginn und Ende jeder Rolltreppe, hängen Arrival- und Departureschilder der jeweiligen Stadt.
Natürlich sind die Aufmachungen der Städte eher so, wie der Asiate es sich vorstellt und mehr übertrieben als realistisch, trotzdem fand ich die Gestaltung ganz nett.

Jedes der großen Kaufhäuser hat mindestens eine große Foodhall, in der es neben zahlreichen Restaurants auch viele tolle kleine Stände mit “Take Home Food” gibt.
Nach den Entbehrungen westlicher Genüsse, die Kambodscha nun mal einfach von mir verlangt hat, konnte ich nicht widerstehen….

Aber wenn ihr ehrlich seid, sehen die Cupcakes doch auch einfach nur traumhaft aus oder?

Ich habe mich jedenfalls mal wieder anfixen lassen und prompt ein Cupcake-Buch bestellt, das ich in den kommenden Monaten einmal durchtesten möchte.

Ja, so bin ich…. ich lasse mich schnell von solchen Sachen begeistern und möchte sie unbedingt ausprobieren.

Nicht anders als in deutschen Kaufhäusern und Gallerien sind natürlich die Beautyabteilungen wahre Himmel auf Erden für Junkies 😉
Ich habe mir einen kleinen Streifzug nicht verkneifen können bzw. wurde von Hälfte mit den Worten “Kauf nicht so viel” abgesetzt.
Viel gekauft habe ich wirklich nicht, auch wenn ich es toll fand, einige Marken, die wir in Deutschland nicht bekommen können, mal “live” zu sehen.

Westliche Genüsse waren mir in Kambodscha wie gesagt zum Großteil verwehrt und über das, was die Khmer “Kaffee” nennen, möchte ich gar nicht sprechen.
Ich habe jedenfalls in der ganzen Zeit exakt eine Tasse getrunken und danach die Finger von dem Zeug gelassen.
Ich glaube so sehr wie in Bangkok habe ich meinen Caramel Macchiato noch nie genossen.

Meine eigentliche Mission drehte sich ja um “buntes Tesa”, wie eine liebe Freundin zu sagen pflegt.
Also um unser altbekanntes und von mir so geliebtes Masking Tape.
Nach einem wertvollen Tipp einer ganz hilfsbereiten Thai, die ich in einem der vielen Shops einfach angesprochen hatte, fanden wir viele tolle Bastelsachen auf den Märkten in Chatuchak und China Town.

Aber eben kein Tape….

Trotzdem ist es wahnsinnig, wie groß das Angebot doch ist und vor allem, wie bezahlbar……


Die einzigen Tapes die ich zunächst gefunde habe, waren ganz normale “MT – Masking Tapes”, die wir aus Deutschland kennen und die mit gut 100 Thai Baht in etwa genauso viel kosten, wie bei Idee oder vergleichbaren deutschen Geschäften.
Ich war wie gesagt äußerst enttäuscht und habe mir, nur um nicht mit leeren Händen nach Hause zu fahren, 3-4 Rollen Tape gekauft.

Da konnte ich ja noch nicht ahnen, dass sich Hälftes Ehrgeiz auszahlen würde.

La Boom, eine thailändische Firma stellt nämlich ebenfalls Tapes her und diese waren tatsächlich das, was ich als “günstig” bezeichnen würde, ohne sich von den MT Tapes zu unterscheiden.

Sehr sehr gerne würde ich euch jetzt zeigen, welche tollen Tapes und andere feine Sachen ich aus Bangkok mitgebracht habe, doch leider Gottes hat es Air France nicht geschafft, meinen Koffer in das Flugzeug zu packen und so sitze ich hier nun ohne Hab und Gut….und ohne Tapes.

Meine Ausbeute reiche ich selbstverständlich nach.
Genauso wie de Auslosung des Mitbringsels, denn ich möchte nichts verlosen, was ich aktuell nicht “besitze”.
Drückt mir die Daumen, dass der Koffer bald endlich hier eintrudelt….

Liebe Grüße
 

[Travel] Thailand – One day in….. Bangkok

Bangkok ist anstrengend!
Zumindest, wenn man gerade aus dem relativ beschaulichen, weil unterentwickelten Kambodscha kommt. Mehrspurige Straßen, Taxen oder gar ein öffentliches Verkehrssystem gibt es in Phnom Penh schlicht nicht.
Bangkok ist hektisch, laut und bunt. Es blinkt an allen Ecken und Enden, man kann für kaufen, wenn man denn das nötige Kleingeld hat.
Doch zum Thema Shopping und einer Kleinigkeit für euchmöchte ich demnächst erst kommen.
Heute möchte ich erstmal fragen: Was kann Bangkok eigentlich außer laut und bunt zu sein?

Nun, anders als im Bezug auf Kambodscha oder insbesondere im Bezug auf Angkor gab es diesmal keinen Reiseführer, den Hälfte bis auf den letzten Punkt durchforsten konnte.
Ein kleines EBook musste reichen (ich spar die Empfehlung, es war sein Geld einfach nicht wert.)
Wie so ziemlich alle Touristen zog es auch uns sowohl zum Königspalast als auch zum Tempel des Reclining Buddha“ (Wat Pho)
Also ab aufs Schiff und durch den Kanal Richtung Grand Palace und unterwegs noch kurz einem weiteren Unterschied zu Kambodscha begegnen. Thais sprechen ein katastrophales Englisch! Während man in Phnom Penh gut und gerne von 90% der Menschen verstanden wird, scheitern Thais schon an einfachsten Fragen, Taxifahrer an simplen Fahrtzielen und überhaupt kommt niemand auf die Idee, den verdammt zahlreichen Touristen das Leben mit ein paar Sätzen jenseits von Thai einfach zu machen.
Guten Willen zeigte eine Dame auf einem Touristenboot, auf das wir ungewollt und zu unserem eigenen Ärgernis geraten sind. Sie sprach so etwas wie Englisch, verstanden hat sie trotzdem niemand.
Geärgert haben wir uns deshalb, weil dieses tolle Touristenboot ganze 40 Baht pro Person gekostet hat (1 Euro), während kleine private Langboote gerade mal 13 Baht für die gleiche Strecke verlangen. Ohne scheinbare Englischkünste und vor allem mit einer gewissen Portion Abenteuer bei entsprechendem Seegang.
Wer sich vorab informiert, gewinnt in Bangkok auf jeden Fall auf ganzer Linie.
Taxifahrer schlagen gerne auf Fahrtpreise eine Art „Touribonus“ auf, wer direkt darum bittet das Taxameter einzuschalten, wir sicher nicht über’s Ohr gehauen und gibt sich direkt als „gut informiert“ zu erkennen.
Die Gepflogenheiten der einzelnen Tempel und Sehenswürdigkeiten zu studieren lohnt ebenfalls.
So wartet am Eingang des Königspalast eine Tafel voller verbotener Kleidungsstücke, Schlafanzüge inklusive.
Da ich natürlich in meiner geliebten violett-karrierten Flanellschlafhose von Primark zum König wollte, stand ich vor einem Problem….
Spaß beiseite. Selbst Hälfte’s wadenlange Hose wurde nicht akzeptiert und so durfte er sich für 5€ eine vielfach getragene äußerst modische Jogginghose ausleihen
Warum der König Jogginghosen akzeptabler findet, als Jeansshorts, haben wir nicht herausgefunden, aber so ist das eben.
Andere Länder, andere Sitten.
Nachdem mir Angkor schon beinahe ein bisschen zu schmucklos erschien, warteten nun Prunk, Protz und Kitsch auf mich.
Aber seht selbst…
Besonders gespannt war ich auf den „Emerald Buddha“. Einer Buddha-Statue, die der Legende nach über und über mit Smaragden besetzt sein sollte. Diese Smaragde haben sich im Laufe der Jahre als weniger spektakulärere Edelsteine dargestellt, aber trotzdem faszinierte mich der Gedanke, einer großen Statue aus grünen, gläzenden Steine.
Leider durfte ich im Tempel nicht fotografieren, doch lasst euch gesagt sein, das was dort warte war eher eine Art Marsmensch auf Goldthron.
Ich möchte keinesfalls diese kunstvolle Skulptur ins Lächerliche ziehen, doch sie ist leider einfach nicht größer als 50cm und steht in ihrer grünen Pracht, bekleidet mit Tuniken passend zur Jahreszeit, hoch oben an der Spitze eines goldenen Altars.
Gemessen an dem, was ich erwartet hatte, schien das Bild doch arg bizarr.
Das komplette Gegenteil findet man schließlich  bei „Wat Pho“.
Das Abbild Buddhas kurz vor dem Erreichen der geistigen Erleuchtung ist nicht einfach nur groß. Es ist riesig und füllt den Tempel beinahe komplett aus. 

Dagegen kann man sich als Menschlein schon ziemlich klein vorkommen, wenn ihr mich fragt.

Eine nette Tradition in diesem Tempel sind die Münztöpfe.
Mit einem Schälchen voller Kleingeld macht man sich auf den Weg, um jedes Töpfchen im Tempel mit einer Münze zu versehen.
Angeblich soll das Glück bringen.
Da ich, anders als meine Hälfte nicht bis zum letzten Topf gekommen bin, sondern mein Becherchen schon vorher gelehrt hatte, fürchte ich, dass das mit dem Glück mal wieder schief gegangen ist….

Auch, wenn ich Bangkok nicht lieben werde, so ist es durchaus eine faszinierende Stadt, die eben doch mehr kann, als glitzern und blinken.
Was da so alles glänzt und funkelt und was alles tatsächlich als “Sehenswürdigkeit” betitelt wird, zeige ich euch in meinem nächsten Post.

Denn ich hatte eine Mission, als ich nach Bangkok fuhr und glaubt mir, sie zu erfüllen war mehr als eine Odysee.

Aber davon erzähle ich euch ein anderes Mal.

Liebe Grüße

 

[Travel] Von Kambodscha nach Thailand – Der Weg ist das Ziel!

Meine Lieben,
nachdem ich heute tatsächlich eine Nachricht bekam, ob ich verschollen sei, melde ich mich hiermit wieder zurück. In der Tat ist mein letzter Post schon fast eine Woche her und es tut mir Leid. Ich wollte euch mitnehmen und zeitnah berichten, doch zuletzt fand ich einfach kein WiFi, keine Ruhe zu schreiben oder war schlicht am Abend so von den Strapazen des Tages erschlagen, dass es wenig brauchte, um mich ins Reich der Träume zu befördern.
Nun sitze ich in einem klapprigen kambodschanischen Reisebus, die Ausläufer des Kardamomgebirges  ziehen am Fenster vorbei und ich verkörpere gerade das perfekte Bild einer „Western Lady“. IPod im Ohr, Laptop auf dem Schoß. Klischee pur.
Ich habe so viel zu erzählen, dass es mir gerade wirklich schwer fällt, mich zu zügeln und nicht alles direkt in einem Post herunter zu rattern.
Mitte letzter Woche haben Hälfte und ich kambodschanischen Boden verlassen und sind nach Thailand aufgebrochen. Bangkok sollte es sein.
Nachdem ich erste hysterische  Momente aufgrund Hälftes Reiseplanung überstanden hatte, fand ich mich damit ab, dass der Trip kein Katzensprung werden würde. Eine Feststellung, die meinem Vater wahrscheinlich gerade erheitertes Kopfschütteln beschert. Ja, ich bin eine geographische Niete. Natürlich liegt Bangkok nicht mal eben um die Ecke von Siem Reap, aber man darf ja wohl noch naiv sein 😉
12 Stunden sollte der Trip alles in allem also dauern und damit „schneller“ werden, als eine gewöhnliche Bustour, die zahlreiche findige Geschäftsleute armen dummen Westlern an allen Ecken aufschwatzen wollen.
Doch, wenn wir nicht Bus gefahren sind, was denn dann?
Tja… Zug natürlich.
So weit, so unspektakulär. Wer ist schließlich nicht schon alles ICE gefahren?
Eben! Kinderspiel!
Ja, in Deutschland vielleicht. In Südostasien heißt Zugfahren eher „töff töff die Eisenbahn kommt.“
Das was sich auf dem Gleis vor mir auftat war nichts Geringeres als eine Dampflokomotive, Waggons ohne nennenswerte Fenster, eine Holzklasse par exelance, Russschwaden, die in regelmäßigen Abständen durch den Waggon waberten und uns alle am Ende wie kleine Aushilfsschonrsteinfeger aussehen ließen..
Alles was zum perfekten Glück fehlt, waren eigentlich nur noch Hühner, die durch die Abteile flatterten. Soweit kam es dann aber doch nicht.
Mal wieder ein Abenteuer und mal wieder war ich im Grunde nicht mal verwundert.
Mit Komfort hatte dieser Trip wahrlich wenig zu tun, aber was will man für 1,60 Dollar auch erwarten.
Ja, ihr habt richtig gelesen, EIN DOLLAR SECHSZIG.
Für gute 500km übrigens.
Das  muss die Deutsche Bahn erst mal nach machen. Von der absoluten Pünktlichkeit ganz zu schweigen.
Mit einem guten Buch (Ken Follett, Fall of Giants.), frischem Obst und einer guten westlichen Coca Cola, verflogen die Stunden ebenso wie die durchaus sehenswerte Landschaft.
Nach so einer einfachen Anreise mutete Bangkok geradezu erschlagend an. Starbucks, MC Donalds, Zara, Mango…. Welcom to….?? Zu was auch immer, jedenfalls nicht Thailand.
Mein erster Gedanke in Bangkok war:“ So stell ich mir New York vor.“ Nur ohne Asiaten versteht sich.
Im Vorfeld sagte man mir, Bangkok kenne nur zwei Möglichkeit, es wird geliebt oder gehasst. Ich will nicht sagen, dass ich es hassen würde, doch nach den die Tagen, die ich dort verbracht habe, weiß ich, dass ich definitiv niemals so eine tiefe Sympathie empfinden werde, wie für London oder gar Sevilla.
Bangkok ist interessant, faszinierend und vor allem anstrengend.
Doch dazu möchte ich morgen erst kommen, sonst wird dieser Post zu lang.
Ich hoffe, euch allen geht es gut und ihr erfriert zu Hause im kalten Deutschland nicht?
Ich schicke euch hiermit eine große Portion Sonne und angenehme 25 Grad und garniere es mit den allerliebsten Grüßen

[Travel] Kambodscha – Angkor…..What?

Meine Lieben,

genau das habe ich mich spätestens gegen Ende der Besichtigungstour rund um Angkor auch gefragt.
Bei hoher Luftfeuchtigkeit, tropischen Temperaturen und brennender Sonne sich zusammen mit gefühlt ganz Korea und einigen Einwohnern anderer Staaten durch alte Steinhaufen zu schleppen, ist alles, aber nicht mehr interessant.

Natürlich schreibt gerade die Zynikerin in mir, die Banausin, die Angkor als völlig überbewertete Steinhaufen betitelt, weil es ihr schlicht zu anstrengend wurde, den 50. Tempel auf dünnen steilen Holztreppen zu erklimmen, um schooooon wieder über das Gelände gucken zu können.

In der Fachliteratur wird die Tempelstadt als atemberaubend bezeichnet.
Ich denke, die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte zwischen dieser Fachliteratur und der zynischen Banausin.

Ganz gleich, wie das Fazit am Ende aussehen mag, so bin ich doch glücklich darüber, die Möglichkeit gehabt zu haben, diesen besonderen Ort besuchen und mit eigenen Augen sehen zu können.

Ich mag euch gar nicht mit Details und Fakten überfluten, denn ich bin (anders als meine Hälfte übrigens…) kein Mensch, der stundenlang mit Fachbuch durch die Gegend läuft, beneidenswert viel Hintergrundwissen bekommt und alles ganz genau erkennt. Ich schaue mir die Dinge lieber an lasse sie auf mich wirken, sehe sie mir durch die Linse meiner Kamera an und beobachte.
Vielleicht bin ich doch eine Banausin? Ich weiß es nicht!

Deshalb lasse ich heute auch wieder in erster Linie Bilder für euch sprechen:

Diese Reliefs waren schon sehr beeindruckend. Ich muss zwar gestehen, dass mich nur die wirklichen Großen in Angkor Wat letztlich vom Hocker gerissen haben, bedenkt man aber, mit welch einer Präzision diese großen Flächen von Menschenhand bearbeitet wurden, so üben sie doch eine ganz schöne Faszination aus.


Bayon, der große Tempel in Angkor Thom. Auf den ersten Blick ein hingeworfener Steinhaufen, bis sich die feinen, noch erhaltenen Reliefs der Türme zeigen.
 

Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, das Angkor-Klischee-Foto zu schießen. (So wie ganz Korea übrigens auch 😉 )
Angkor Wat mit Spiegelung:


In Angkor wurden unter anderem Teile des “Tomb Raider” – Films gedreht. Eine der ersten Szenen spielt zum Beispiel im Ta Prohm, dem Tempel, der von der Natur verschluckt wurde.
Ein ganz besonderes Schauspiel, Natur und Bauwerke halten sich gegenseitig fest und doch bilden sie auch jeweils eine große Gefahr für den anderen.

Und ungefähr soooo sah ich am Ende des “Tempel-Marsches” aus.

 
 In diesem Sinne, werde ich spätestens im Zug nach Bangkok sehr viel Schlaf suchen, um die Akkus wieder aufzuladen.

Müde Grüße