[All about the books] Manuela Inusa – Blaubeerjahre

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Es ist immer wieder ein zweischneidiges Schwert mit Buchreihen, finde ich. Einerseits mag ich es sehr „nach Hause zu kommen“, mit jedem neuen Band alte Bekannte wieder zu treffen und in eine liebgewonnene Welt abzutauchen. Doch was ist, wenn der letzte Band geschrieben und die letzte Seite gelesen ist?
Anders als bei Einzeltiteln fällt es mir bei Buchreihen sehr schwer, die Protagonisten und die Geschichten gehen zu lassen.

Deshalb bin ich sehr froh, dass die Buchreihe, deren letzten Teil ich euch heute vorstellen möchte, eine der Reihen ist, bei dem man die Bände auch unabhängig von einander und in beliebiger Reihenfolge lesen kann. So fällt der Abschied ein wenig leichter…

Manuela Inusa – Blaubeerjahre

Titel: Blaubeerjahre
Autor: Manuela Inusa
Verlag: Blanvalet
Seiten: 390
ISBN: 978-3-7341-1061-0

Worum geht es?
Ein schwerer Schicksalsschlag brachte die Schwestern Alison, Jillian und Delilah als Kinder auf die Blaubeerfarm ihrer Großmutter Fran und ihres Großvaters Cliff. Im sonnigen Kalifornien wuchsen die drei trotz ihrer Trauer und der Last der Vergangenheit zu selbständigen, starken Frauen heran, die ihr Glück fernab des kleinen Örtchens Lodi und fernab ihrer Großeltern suchten.
Als Cliff in ein Seniorenheim ziehen muss und Fran ihm folgen möchte, zieht es die drei Schwestern zurück in die alte Heimat und zurück auf die Farm. Dort stellen sie sich nicht nur der Herausforderung in die Fußstapfen ihrer Oma zu treten, sondern vor allem auch herauszufinden wer sie (geworden) sind und wer sie sein müssen.
Dass sie dabei ein altes und lang gehütetes Geheimnis aufdecken werden, ahnen sie zunächst nicht.

Rezension:
Nachdem ich Walnusswünsche, den vorletzten Teil der Reihe, in einem Zug und an einem Tag durchgelesen, ja regelrecht verschlungen habe, war die Erwartung an Blaubeerjahre natürlich erneut sehr sehr hoch.
Manuela Inusa gelingt es auch beim Finale der Reihe „Kalifornische Träume“ den Leser sofort mitzunehmen, ihn abzuholen und in die Geschichte eintauchen zu lassen. Meiner Meinung nach braucht Blaubeerjahre dies auch unbedingt, denn gerade der Anfang ist voller Perspektivwechsel der drei Protagonistinnen Alision Jillian und Delilah sowie ihrer Großmutter Fran. Würde die Geschichte ihre Leser nicht von der ersten Seite in ihren Bann ziehen, könnten diese Wechsel eventuell verwirren und den Lesegenuss trüben. Dem ist zum Glück nicht so und Manuela ist es mal wieder gelungen einen Pageturner zu schaffen, der den Leser von Seite 1 an nicht mehr loslässt. So lernen wir die drei Schwestern und ihren Alltag zunächst einmal näher kennen, bevor die Blaubeerfarm ihrer Großmutter so richtig ins Spiel kommt.

Im Großen und Ganzen muss ich sagen, dass das Finale der Reihe mich doch wieder begeistert hat, auch wenn ich das eine oder andere kleinere „Aber“ aussprechen möchte. Ein wenig schade finde ich es, dass es „nur“ 390 Seiten geworden sind. Die Geschichte von Oma Fran und Opa Cliff wird zwar in regelmäßigen Erinnerungen rückblickend erzählt und auch die Geschichten und Gefühle der Schwestern bekommen ihren Raum, dennoch habe ich am Ende das Gefühl nicht ablegen können, dass all dies noch mehr Platz, noch mehr Raum hätte haben können. Auf irgendeinen Strang zu verzichten, um die anderen noch klarer darstellen zu können, wäre für mich keine gute Idee gewesen, vielmehr hätte es mich gefreut, wenn alles was begonnen worden ist, viel raumgreifender geworden wäre, als es das letztlich geworden ist.
Neben den eigentlichen Familiengeschichten finden Ally, Jill und DeeDee ganz nebenbei auch noch in Lodi ihr neues Glück und neue Lieben. Doch eben nur nebenbei. Einerseits ist es verständlich, dass der Fokus der Geschichte auf der Lovestory von Fran und Cliff liegen soll, die wirklich wahnsinnig romantisch und zauberhaft ist, dennoch finde ich es ein wenig schade, dass die Geschichten der Mädchen nur angerissen werden. Eventuell wäre es schöner gewesen, diese (bis auf DeeDees Geschichte vielleicht) ganz wegzulassen und dafür mehr Raum für andere Handlungsstränge zu schaffen.
Diesen Raum nimmt hingegen teilweise DeeDees Dasein als Veganerin ein, was mich hin und wieder ein wenig irritiert hat. Den persönlichen Bezug von Manuela Inusa zum Thema Veganismus verstehe ich komplett und ich finde es auch kein bisschen störend, dass eine der Protagonistinnen eben Veganerin ist, dennoch muss für meinen Geschmack nicht in jeder Szenerie, die mit Essen zu tun hat, das Thema wieder und wieder aufgegriffen werden.
Das ist mit Sicherheit eine ganz persönliche Empfindung meinerseits und ich kann es wie gesagt verstehen, dass es vielleicht auch als Autorin einfach mal ein Anliegen ist, mehr zu einer Thematik zu schreiben, dennoch hätte es mir gereicht, wenn DeeDee’s Ernährung nur halb so oft im Fokus gestanden hätte und dafür wie gesagt andere Handlungsstränge mehr Raum bekommen hätten.

Man fragt sich vielleicht zurecht, warum ich das Buch dennoch bereits vorab auf Instagram so gelobt habe, wenn ich doch SOOOO viel zu meckern habe.

Ganz einfach: Weil es ein emotionales Meisterwerk ist und mich trotz allem absolut abgeholt hat. Insbesondere Opa Cliff und seine Krankheit treffen einen Nerv bei mir, der sehr sehr tief liegt. Auch ich habe die Erfahrung mit Angehörigen gemacht, die plötzlich nicht mehr sie selbst waren und weiß wie emotional schwierig diese Situation ist. Manuela Inusa ist es gelungen diese Thematik wunderbar gefühlvoll zu behandeln und zu zeigen, dass die Liebe zu dem Menschen mehr wert ist und sich nicht verändert, auch wenn der Mensch es ungewollt vielleicht tut.

Fazit:
Ein unglaublich gefühlvolles Buch über die Dinge, die im Leben wirklich zählen und die unerschütterlich sind. Auch, wenn ich an einigen Stellen ein bisschen etwas an dem Finale der Kalifornischen Träume auszusetzen hatte, so sind das absolut persönliche Befindlichkeiten, die sich nur bedingt auf die Bewertung des Buches auswirken können. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass ich Blaubeerjahre absolut gerechtfertigte 5 von 5 Sternen und euch eine riesige Leseempfehlung geben kann.

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[All about the books] April Dawson – Dare to stay

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Es ist immer wieder ein spannendes Phänomen: Am Monatsanfang überlege ich mir, auf welche Bücher ich in den nächsten Wochen Lust habe und am Ende lese ich doch wieder was ganz anderes. So kommt es auch, dass ich heute eine Rezension zu „Dare to stay“ von April Dawson für euch habe, was ich zu Monatsbeginn irgendwie noch nicht auf meiner Leseliste hatte. Unverhofft kommt eben oft!

April Dawson – Dare to stay

Titel: Dare to stay
Autor: April Dawson
Verlag: Lyx
Seiten: 390
ISBN: 978-3-7363-1495-5

Worum geht es?

Brooke ist geschieden und froh mit ihrer 10jährigen Tochter Athina der toxischen Beziehung zu deren Vater Gary entkommen zu sein. Ohne ihre Familie und ihre wunderbare Freundin Savannah hätte sie nie die Kraft gehabt ein neues Leben ohne die gefühlskalten und egoistischen Ex zu beginnen. Eine neue Wohnung, eine neue Gegend, ein Neuanfang, das ist alles was Brooke sich für sich und ihr Kind wünscht. Eines abends findet sie ihren Nachbarn betrunken und völlig am Ende mitten im Hausflur und nimmt ihn für die Nacht bei sich auf. Was sie nicht weiß: Der abgestürzte Mann in ihrem Bett ist niemand geringerer als Ian Millard, Superstar und Leadsänger der angesagten Band „Everstorm“, der momentan mehr durch Eskapaden, Abstürze und verwüstete Hotelzimmer als durch seine Musik auf sich aufmerksam macht. Während Brooke gerade alles möchte, nur keine neue Beziehung wird sie mehr und mehr zum Rettungsanker für Ian. Dabei ist eine Frau an seiner Seite auch das Letzte was seine Fans nun von ihm erwarten.

Rezension:

„Dare to stay“ ist auf den ersten Blick mal wieder so gar nicht das, was ich für gewöhnlich lese. New Adult Romance ist auch mal wieder so gar nicht mein gewohntes Genre, aber ich habe mir für mein Lesejahr 2022 fest vorgenommen, häufiger über den Tellerrand zu schauen und deshalb ist der dritte Teil der „Dare- To-Reihe“ von April Dawson quasi aus dem Briefkasten direkt in meine Hand gewandert, ohne meinen SuB( Stapel der ungelesenen Bücher) auch nur eine Minute lang zu sehen.

Ob ich es bereue? Nun ja…

Die Geschichte vom gestrauchelten Rockstar Ian, der vor den Trümmern seiner Karriere steht und es nur dem Zufall und seiner neuen Nachbarin Brooke und ihrer süßen Tochter Athina zu verdanken hat, dass er nicht in den Abgrund fällt, hat mich doch angesprochen. Nach den knapp 400 Seiten möchte ich nicht sagen, dass ich es bereut hätte, denn „Dare to stay“ hat mir auf jeden Fall nahegelegt, mehr Bücher von April Dawson zu lesen. Der Stil gefällt mir unglaublich gut, die Geschichte ließ sich sehr sehr flüssig lesen, so dass ich mich teils gewundert habe, mal eben so 100 Seiten gelesen zu haben, ohne dass es mir so vorgekommen ist. Ein Pluspunkt für April Dawson, soviel ist sicher.

Die Protagonistinnen Brooke und Tochter Athina habe ich sofort ins Herz geschlossen, denn Brooke ist eine unglaublich starke Person, die wie eine Löwin für ihre Tochter kämpft und versucht die schlimme Vergangenheit hinter sich zu lassen. Gleichzeitig ist ihre Lebensfreude und ihre Energie schier ansteckend, so dass ich mir nicht vorstellen kann, dass irgend ein Leser diese Hauptfigur nicht mögen könnte. Tochter Athina ist für ihre 10 Jahre ganz schön clever und teilweise schon verdammt erwachsen, was aber nicht als übertrieben wirkt, sondern aufgrund der Familiengeschichte und ihrer Kindheit beinahe logisch erscheint. Insbesondere ihre Schlagfertigkeit und ihr Wortwitz hatten es mir sehr angetan. Von der griechischen Großfamilie der beiden ganz zu schweigen, die mit ihrem Temperament und ihrer liebevoll aufdringlichen Art einfach herrlich amüsant sind.

Der männliche Part gehört Ian, dem dritten der Millard-Geschwister, um die sich die Reihe dreht. Ian ist der Star der Gruppe Everstorm, Leadsänger, Publikumsliebling und ein Rockstar wie er im Buche steht. Doch letztlich ist dies alles nur Fassade und Ian eigentlich eine sehr empfindsame und sensible Seele mit unschöner Kindheit und emotionalen Lasten.
Was mir persönlich sehr gefallen hat und weshalb ich weitere Bücher von April Dawson lesen möchte, ist die Tatsache, dass Ian zwar ein Rockstar-Bad-Boy ist, aber keinesfalls auf diese gekünstelte, übertriebene Art und Weise, wie es viele „Möchtegern-Bad-Boys“ dieses Genre so gerne sind und weshalb sie mir so oft einfach nur auf die Nerven gehen und ich das Genre oft meide.

Ian ist gestrauchelt, gefallen und von einem tragischen Schicksalsschlag der jüngeren Vergangenheit in die Knie gezwungen worden. Während er die Kontrolle verliert, sucht er im Grunde nur nach einem Anker, der ihm Halt gibt, damit er sich nicht gänzlich verliert. Dabei ist er zwar in seinen Entgleisungen ein „Bad Boy“, verliert aber nie den Respekt vor Frauen.

Letztlich ist die Geschichte zwischen Brooke und Ian leider sehr seicht und beinahe zu einfach, um realistisch zu sein. Manche Dinge sind leider zu vorhersehbar und am Ende fehlte mir leider das riesige Drama, die große Zerrissenheit und das, was den Leser mit den Protagonisten leiden lässt. Emotional ist die Geschichte von „Dare to stay“ auf jeden Fall, aber für meinen Geschmack leider manchmal zu künstlich herbeigeführt und zu zuckersüß und einfach, um realistisch oder glaubwürdig zu sein.

Trotzdem wurde mir nie langweilig beim Lesen und ich würde zu keiner Sekunde behaupten, das Buch wäre uninteressant gewesen. Der absolute Pageturner war es für mich zwar auf die Story bezogen nicht und als Highlight des Lesejahres würde ich es auch nicht bezeichnen, aber dennoch hat es mich auf den Geschmack gebracht, auch andere Teile der Reihe und weitere Bücher von der Autorin zu lesen.

Fazit:

Auch wenn am Ende ein großes „ABER“ bleibt und mich der Verlauf der Geschichte von Brooke und Ian leider nicht völlig in seinen Bann ziehen konnte, bin ich froh darum, dieses Buch gelesen zu haben, denn es hat mir April Dawson aus Autorin nähergebracht und mir das Versprechen abgenommen, weitere Bücher von ihr zu lesen. Das allein sehe ich als Gewinn. Dare to stay selbst wird für mich leider aufgrund seines seichten Verlaufs und dem für mich fehlenden Drama kein Jahreshighlight sein, trotzdem war es eine schöne Geschichte, die ich dennoch gerne gelesen habe. Am Ende reicht es für mich zwar nur für 3 von 5 Sternen, aber trotzdem haben Lyx und April Dawson eine neue Leserin gewonnen.

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[All about the books] Nele Neuhaus – In ewiger Freundschaft

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Es gibt auf die ich mich freue, es gibt Neuerscheinungen, die eine gewisse Vorfreude in mir hervorrufen und es gibt die Bücher, für die ich alle anderen Lesevorhaben über Bord werfe und die ich sofort beginne, sobald ich in den Händen halte. Zu den wenigen Büchern, denen dies regelmäßig eben doch gelingt, gehören zweifelsohne die Taunuskrimis von Nele Neuhaus.
Umso glücklicher bin ich, euch heute von dem bereits 10. Teil der Krimireihe rund um das Duo Oliver von Bodenstein und Pia Sander berichten zu können.

Nele Neuhaus – In ewiger Freundschaft

Titel: In ewiger Freundschaft
Autor: Nele Neuhaus
Verlag: Ullstein
Seiten: 528
ISBN: 978-3-550-08104-0

Worum geht es?

Eine Frau wird vermisst. Im Obergeschoss ihres Hauses in Bad Soden findet die Polizei den dementen Vater, verwirrt und dehydriert. Und in der Küche Spuren eines Blutbads. Die Ermittlungen führen Pia Sander und Oliver von Bodenstein zum renommierten Frankfurter Literaturverlag Winterscheid, wo die Vermisste Programmleiterin war. Ihr wurde nach über dreißig Jahren gekündigt, woraufhin sie einen ihrer Autoren wegen Plagiats ans Messer lieferte – ein Skandal und vielleicht ein Mordmotiv? Als die Leiche der Frau gefunden wird und ein weiterer Mord geschieht, stoßen Pia und Bodenstein auf ein gut gehütetes Geheimnis. Beide Opfer kannten es. Das war ihr Todesurteil. Wer muss als nächstes sterben?  Pia und Bodenstein jagen einen Täter, der ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint …

Rezension:

Wenn man mich fragt, warum ich die Krimis von Nele Neuhaus so liebe, obwohl ich doch eigentlich gar kein glühender Krimifan bin, dann antworte ich meistens damit, dass die Fälle stets authentisch wirken, wenig konstruiert sind und man das pure Leben auf jeder Seite zu spüren bekommt. Im Guten wie im Schlechten. Es wird darauf verzichtet, Kunstgriffe zu schaffen, nur um noch eine Entführung unterzubringen, noch eine Schießerei stattfinden zu lassen und bloß künstlich Action zu erschaffen.

Ganz im Gegenteil, denn die Taunuskrimis bestechen vor allem durch Ermittlungsarbeit, gezieltes Kombinieren, verstehen und verknüpfen von scheinbar unpassenden Fakten.

All das trifft zumindest auf die ersten neun Teile der Krimireihe zu, Teil 10 hingegen verleitet mich dazu, ein großes ABER in seine Rezension einfließen zu lassen.

Wie auch schon sein Vorgänger „Muttertag“ ist auch „In ewiger Freundschaft“ zwar sehr von dem typischen und unfassbar sympathischen Lokalkolorit geprägt. Sei es durch den Dialekt einzelner Mitarbeiter des Ermittlungsteams oder durch die detailreich beschriebene Umgebung, in der Nele Neuhaus auf Tätersuche schickt. Allerdings baut Nele Neuhaus diesmal erneut eine Handlungsstrang im europäischen Ausland auf, der letztlich zum Dreh- und Angelpunkt der Geschichte wird und entscheidend an des Rätsels Lösung beteiligt ist. Ein Schachzug, der einerseits eine gewisse Würze in die Geschichte bringt, andererseits manches Mal aber auch ein wenig dazu beträgt dass die Geschichte langatmig wurde.

Einen neuen Taunuskrimi in den Händen zu halten, ist für mich meistens so etwas wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Obwohl alle Teile im Grunde auch für sich gelesen werden können, gibt es schon kleine Verflechtungen, die sich durch die einzelnen Bände ziehen und deren Wissen mehr oder weniger vorausgesetzt wird, auch wenn Nele Neuhaus den Leser stets mit kurzen Randbemerkungen abholt und wieder ins Bilde setzt.
Teil 10 hingehen ließ auf seinen ersten Seiten dieses typische „Taunuskrimi“-Gefühl leider vermissen.


Zu sehr stand mir die familiäre Entwicklung und das Privatleben von Oliver im Vordergrund der ersten Seiten, während der eigentliche Fall gefühlt nur Beiwerk war, was als Nebenstrang vor sich hin plätscherte. Es ist unstrittig, dass die Entwicklungen in Olivers Ehe und die Demütigungen, die er und seine kleine Tochter Sophia erfahren müssen, berührend sind. Auch das Schicksal seiner Ex-Frau Cosima lässt den Taunus-Fan nicht kalt, zumal auch sie eine der gestandenen Figuren der Reihe ist. Dennoch weichen diese Entwicklungen für mich zu sehr vom eigentlichen Krimigenre ab und verdrängen das worum es eigentlich gesehen soll für mich leider zu sehr von der Bildfläche.

Erst im letzten Drittel nimmt der Fall wirklich Fahrt auf und die klassische Spannung baut sich auf. Am Ende lässt Nele Neuhaus den Leser allerdings dennoch mit einem etwas verwirrten Gefühl zurück. Des Rätsels Lösung wirkt beinahe zu simpel, beinahe zu gewollt. Ich will nicht behaupten, dass es unlogische Handlungsstränge wären und mich die Aufklärung des Falles enttäuscht hätte, aber sie lässt mich dennoch etwas ratlos, mit einem großen „warum denn so?“ im Kopf, zurück.

Ebenso nicht allzu gelungen ist für meinen Geschmack die literarische Karriere von Henning Kirchhoff. Dass der Ex-Mann von Ermittlerin Pia nun unter die Autoren gegangen ist, sei ihm gegönnt und ist auch keine völlig abwegige Konstruktion von Nele Neuhaus. Dass er aber nun quasi ihre Bücher, also die Tanuskrimis (nach Vorlage der fiktiven Ermittlungsakten) selbst als Kriminalromane veröffentlicht, ist eine Kunstgriff der mit persönlich leider nicht gefallen hat. Die durchaus sehr große und gewollte Ähnlichkeit von Hennings Protagonisten zu den tatsächlichen Figuren Oliver, Pia etc. wirkt hingegen arg konstruiert und eher als eine unnötige statt spritzige Idee.

Über den grandiose Schreibstil von Nele Neuhaus muss man im Grunde nicht mehr viel sagen, denn wer einen ihrer Krimis gelesen hat, der wird wissen was ich meine. Trotzdem sei er an dieser Stelle noch einmal positiv hervorgehoben.

Fazit:

Wer die Taunusreihe schon kennt, der weiß, dass von ihnen viel zu erwarten ist. Ich will nicht sagen, dass ich von Band 10 enttäuscht bin, aber meine Erwartungen übertroffen hat „In ewiger Freundschaft“ leider auch nicht.
Das kann Nele Neuhaus wirklich besser und hat es bereits 9 Mal mehr als grandios bewiesen.

„In ewiger Freundschaft“ ist leider nicht der stärkste der Taunuskrimis geworden, aber dennoch trotzdem nicht schlecht. Ich mag nicht ausschließen, dass ich nach 9 grandiosen Bänden nicht auch einfach sehr anspruchsvoll geworden bin. Eine Leseempfehlung spreche ich dennoch aus, denn gut sind die Krimis trotz aller Kritik immer noch, auch wenn ich dem Buch am Ende leider nur 3 von 5 Sternen geben möchte.

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[All about the books] L. J. Shen – Boston Belles Villain

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Einmal ist keinmal….

So oder so ähnlich lässt sich meine Motivation beschreiben noch ein weiteres Buch von L. J. Shen zu lesen.

„Dirty Headlines“ war damals ein Versuch, der überraschend erfolgreich war, wenn man bedenkt, dass mir dieses Genre für gewöhnlich nicht sooo unbedingt zusagt.
Um zu schauen, ob es einfach nur ein Glücktreffer war oder ob ich mit L. J. Shen eine Autorin gefunden habe, die mich auf meine alten Buchwurm-Tage doch noch von Enemies-to-Lovers-Romance und New Adult überzeugen kann, habe ich mich an ein weiteres Buch von ihr getraut.

Ob einmal keinmal war oder ob ich doch noch zum Fan dieses Genres geworden bin, möchte ich euch heute erzählen.

L.J. Shen – Boston Belles Villain

Titel: Boston Belles Villain
Autor: L. J. Shen
Verlag: Lyx
Seiten: 512
ISBN: 978-3-7363-1581-5

Worum geht es?
Er ist bekannt als „der Schurke“, das personifizierte Böse und der Alptraum all seiner Geschäftspartner. Eiskalt, gefühllos und nur an Profit, Macht und Reichtum interessiert. Der skrupellose Milliardär Cillian Fitzpatrick.
Für Persephone Penrose hingegen ist er ihr Held, ihr Ritter in der glänzenden Rüstung und ihr Traummann.
Cillian hat Persephone das Leben gerettet und dies nicht nur einmal. Doch ein Schurke wie er macht nichts ohne dafür eine Gegenleistung zu erhalten und so muss sich Persephone bereit erklären, ihn zu heiraten und in der Öffentlichkeit seine glücklich liebende Ehefrau zu mimen. Was sich zunächst als Erfüllung ihrer Träume anhört, wird schnell zu einem bösen Alptraum. Dennoch möchte sie mehr als Geld und Status, sie will das Herz des gefürchteten Bad Boys erobern und seine Mauern zum Einsturz bringen.

Rezension:
Ich bin ehrlich: Auch wenn ich bereits ein Buch von L. J. Shen gelesen habe und überraschend begeistert war, bin ich auch an „Boston Belles“ wieder mit gewissen Vorurteilen Herangegangen. Der Klappentext klingt durchaus typisch für dieses Genre und ich habe mit mehr als einer klischeehaften Handlung gerechnet. Man kennt das ja: Das arme Weibchen, das in einer verzwickten Situation steckt und der reiche Bad Boy mit der furchtbaren Vergangenheit, der von ihr gerettet und zu einem besseren Menschen gemacht wird.

Wird das Klischee vom zweiten Teil der Boston Belles -Reihe erfüllt? Ganz bestimmt!
Habe ich das Buch dennoch gerne gelesen? Definitiv!

Denn Persephone ist alles nur nicht das typische Klischee-Weibchen. Ja, sie glaubt an die Liebe und möchte nur diese als Grund für eine Ehe. Ja, sie ist furchtbar in Cillian verliebt und lässt sich davon mehr als einmal blenden. Aber dennoch ist sie nicht auf den Mund gefallen, lässt sich bei weitem nicht alles von ihrem männlichen „Gegenspieler“ gefallen und bietet ihm mehr als einmal auf eine köstliche schlagfertige Art Paroli.


Cillian hingehen, ihr männliches Pendant, ist für meinen Geschmack viel zu bemüht, die Bad Boy- Klischees zu erfüllen. L. J. Shen gibt ihm zwar mit, was man von einem solchen üblen Kerl erwartet, denn er ist reich, unfassbar attraktiv, nicht besonders nett zu Frauen und mit dunklem Geheimnis und doch reitet er für meinen Geschmack einfach viel zu sehr auf seiner ach so bösen Seite herum und betont diese viel zu oft, um wirklich authentisch ein „Bad Boy“ zu sein. Denn um ehrlich zu sein wirkt Cillian für mich oft einfach nur arrogant und unreif. Eine Mischung, die ihn für mich als Leserin eher anstrengend als attraktiv gemacht hat.

Trotzdem gelingt es dem wirklich tollen Schreibstils von L. J. Shen, dass all das innere Augenrollen, das ich bei jeder Szene mit Cillian verspürt habe, doch irgendwie dazu führt, dass „Boston Belles -Villain“ einen gewissen Suchtfaktor ausgelöst hat und ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen wollte.


Insgesamt erfüllt „Boston Belles – Villain“ all das, was man von ihm erwartet und garniert all diese Spannungen, das Knistern und Krachen zwischen den Protagonisten mit einer guten Portion Schicksal und Emotion und einer gut gemeinten Dosis Erotik. Ob letztere manches Mal eventuell ein bisschen zu gekünstelt „böse“ war und in Abgründe blicken sollte, die man als durchschnittlich erwachsener und aufgeklärter Mensch gar nicht als solche empfindet, sei dahin gestellt. Vielleicht schießt dies manchmal ungeschickt über das Ziel hinaus, aber das ist ganz sicher Geschmackssache.

Fazit:
Einmal ist nicht keinmal, denn trotz gewisser Schwächen beim männlichen Protagonisten hatte Boston Belles etwas an sich, dass mich mit unsichtbarer Hand dazu gebracht hat, das Buch mehr oder weniger in einem Zug zu lesen. Ein Pageturner wie er im Buche steht, der auch mich als kritischen Leser dieses Genres überzeugen konnte.
Ob der Liebhaber solcher „Romance“-Vertreter ebenso auf ihre Kosten kommen, mag ich nicht beurteilen, für mich als relativen Neuling, der oft schon enttäuscht wurde, war es auf jeden Fall eine gute Idee, L. J. Shen eine weitere Chance zu geben. Deshalb gebe ich dem Buch auch gute 4 von 5 Sternen und bin mir sicher, dass ich den Vorgänger „Hunter“ sowie die beiden Nachfolger auch noch lesen werde!

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[All about the books] L. J. Shen – Dirty Headlines

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Manchmal muss man auf unbekannten Pfaden wandeln, um seinen Horizont zu erweitern…

So oder so ähnlich lässt sich meine Motivation beschreiben, mal wieder ein Buch zu lesen, dessen Genre nicht unbedingt zu meinen Favoriten gehört und mit dem ich meistens nicht besonders warm werde.

Enemies-to-Lovers-Romance…. ich bin ehrlich, meistens empfinde ich diese Bücher als so klischeebehaftet, dass ich einen mittelgroßen Bogen um sie mache, doch dem neusten Buch von L. .J. Shen habe ich eine Chance gegeben, mich von sich zu überzeugen. Ob es sie genutzt hat oder ich es bereuen musste, möchte ich euch heute erzählen.

L.J. Shen – Dirty Headlines

Titel: Dirty Headlines
Autor: L. J. Shen
Verlag: Lyx
Seiten: 416
ISBN: 978-3-7363-1530-3

Worum geht es?
Als Judith Humphrey sich aus dem Bett ihres unglaublichen ONS schleicht, ist sie fast ein wenig enttäuscht, dass sie den attraktiven Unbekannten niemals wiedersehen kann. Hat sie doch sein gut gefülltes Portemonnaie mitgehen lassen. Doch plötzlich läuft sie dem Mann, der noch immer ihre Gedanken beherrscht schneller über den Weg als ihr lieb ist, denn er ist nicht nur ein stadtbekannter Playboy und millionenschwerer Erbe eines Medienimperiums, er ist in erster Linie auch Judiths neuer Boss….

Rezension:
Dirty Headlines ist mein erster Buch von L. J. Shen werden, es wird aber eventuell nicht mein letztes gewesen sein. Und doch bin ich ehrlich: Ja ich hatte ziemlich viele Vorurteile, als ich die ersten Seiten begann und habe mit mehr als einer klischeehaften Handlung gerechnet. Man kennt das ja: Das arme Weibchen, das in einer verzwickten Situation steckt und der reiche Bad Boy mit der furchtbaren Vergangenheit, der von ihr gerettet und zu einem besseren Menschen gemacht wird.

Wird das Klischee von Dirty Headlines erfüllt? Vielleicht!
Habe ich das Buch dennoch gerne gelesen? Definitiv!

Denn ich mochte zum einen das Setting des Medienverlages und die Welt, in die L. J. Shen die Leser entführt. Es weht ein Hauch des hippen Businesslifestyle durch die Seiten des Buches und auch die Protagonistin Judith (Jude) ist zwar einerseits unverfroren, andererseits aber auch herrlich chaotisch sympathisch und bemüht ihr Leben bestmöglich auf die Reihe zu bekommen, auch wenn das Schicksal es andere als gut mit ihr meint.
Célian, ihr männliches Pendant erfüllt zunächst alle Klischees, die man von Ihm als Bad Boy erwartet. Reich, unfassbar attraktiv, nicht besonders nett zu Frauen und mit dunklem Familiengeheimnis und doch zeigt er nach und nach seine weiche Seite. Eine Mischung, die ihn zweifelsfrei auch für den Leser attraktiv und interessant macht.

Trotz des wirklich tollen Schreibstils von L. J. Shen kommt man dennoch nicht umher, manchmal die Logik der einzelnen Reaktionen von Jude und Celian zu hinterfragen. Einerseits präsentiert sich Jude als unabhängige Frau, die ihr Leben mit all seinen Hindernissen irgendwie im Griff hat und wie mehr Potenzial gerade im beruflichen hat, als man ihr zutraut. Eine verkannte Heldin, die eigentlich nur auf ihre Chance wartet und das Bild einer starken Frau zeichnen kann. Und gleichzeitig verhält sie sich in so vielen Situationen beinahe absurd weibisch….nicht weiblich, dass hier und da doch einmal die Augen rollen mussten.
Insgesamt erfüllt „Dirty Headlines“ aber all das, was man von ihm erwartet und garniert all diese Spannungen, das Knistern und Krachen zwischen den Protagonisten mit einer guten Portion Schicksal und Emotion und einer gut gemeinten Dosis Erotik. Ob letztere manches Mal eventuell über das Ziel hinausgeschossen ist und es hier und da einfach zu viel des Guten war, ist Geschmackssache. Für mich hätten man Celians Namen ruhig häufiger erwähnen können als sein bestes Stück….aber auch das ist Teil des Spiels und gehört zu einer solchen Boss-Romance eben dazu.

Fazit:
Wer geringe Erwartungen hat, ist leicht zu begeistern!
Aber genau das dazu behaupten würde „Dirty Headlines“ nicht gerecht werden, denn es ist definitiv ein guter Vertreter seines Genres, der auch mich als kritischen Leser überzeugen konnte.
Ob der Profileser einer solchen „Boss-Romance“ nun genauso begeistert ist wie ich und auf seine Kosten kommen kann, mag ich nicht beurteilen, für mich als Neuling war es auf jeden Fall keine Enttäuschung auch mal über den Tellerrand zu schauen. Deshalb gebe ich dem Buch gute 4 von 5 Sternen!

Allen, die gerne regelmäßiger Buchtipps und kurze Rezensionen lesen wollen, sei mein Instagram-Account “All_about_the_books ans Herz gelegt.
Ich freue mich, euch als neue Follower begrüßen zu können!   

[All about the books] Manuela Inusa – Erdbeerversprechen

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Während bei uns der März sich schon wie April verhält und seine Kapriolen schlägt, gibt es doch nichts Schöneres als zumindest gedanklich zu entfliehen. Wie wäre es also mit einem Frühling in Kalifornien? Seid ihr dabei?

Denn heute möchte ich euch von dem neusten Band der Kalifornischen Träume von Manuela Inusa erzählen und euch mit auf die Reise nach Kalifornien nehmen. Nachdem wir in „Wintervanille“ auf der Vanille-Farm von Cece gestartet sind, haben wir den Sommer mit „Orangenträume“ auf der Orangenfarm von Lucinda verbracht und sind im Herbst auf Sophie und ihre Mandelfarm in „Mandelglück“ getroffen.

Band 4 – „Erdbeerversprechen“ verschlägt uns nun zu duftenden Erdbeerfeldern und erzählt uns die Geschichte von Amanda und ihrer Tochter Jane und genau von dieser Geschichte möchte ich euch heute erzählen.

Manuela Inusa – Erdbeerversprechen

Titel: Erdbeerversprechen
Autor: Manuela Inusa
Verlag: Blanvalet
Seiten: 384
ISBN: 978-3-7341-0976-8

Worum geht es?
Das Glück von Amanda schien perfekt. Zusammen mit Tom, der Liebe ihres Lebens und ihrer kleinen Tochter Jane lebt sie im sonnigen Kalifornien auf einer wunderschönen Erdbeerfarm, bis das Schicksal unerbittlich zuschlägt und Tom aus dem Leben reißt. Auch 18 Monate nach seinem Tod hat Amanda noch immer keinen richtigen Halt gefunden und auch die mittlerweile 15 jährige Jane verkraftet den Verlust ihres Vaters nur schwer. Neben finanziellen Sorgen, die die Existenz und damit den Lebenstraum von Tom gefährden, nagen vor allem die Trauer und das immer schlechter werdende Verhältnis zu Jane sehr an Amanda. Als sie sich schließlich mit großer Überzeugungskraft ihrer Mutter und ihrer besten Freundin Sally dazu überreden lässt, eine Trauertherapie zu beginnen, wendet sich das Blatt endlich und Amanda erinnert sich an ein Versprechen, das sie Tom vor langer Zeit gegeben hat.

Rezension:
Manuela Inusa verriet mir in einem Gespräch über ihr Buch, dass gerade „Erdbeerversprechen“ sie vor eine besondere Herausforderung gestellt hat, da der Rechercheprozess aufgrund der Corona-Pandemie ein gänzlich anderer war, als bei den anderen drei Bänden der Reihe. Auch wenn „Erdbeerversprechen“ 2021 spielt, nimmt diese besondere Herausforderung vor der die Welt in den letzten Monaten stand, nur einen kleinen Teil in der Geschichte von Amanda ein. Dennoch hatte es für mich einen gewissen Charme, dass Manuela diese Besonderheit unserer Zeit nicht unerwähnt gelassen hat. Und auch, wenn die Recherche vor Ort zu „Erdbeerversprechen“ nicht möglich war, ist es ihr wieder einmal gelungen, die Zauber Kaliforniens in Buchstanden und Worte zu verwandeln und den Leser zu entführen.
Mit liebevollen Details und wunderbaren Beschreibungen verschlägt es uns mitten auf die Erdbeerfarm von Amanda und lässt uns die Sonne auf der Haut regelrecht spüren und den Duft der reifen Erdbeeren riechen, so dass man beinahe Lust bekommt in den Supermarkt zu gehen und eine Schale zu kaufen, auch wenn sie zu der jetzigen Zeit nicht ansatzweise so schmecken können, wie Manuela Inusa es uns in ihrem Buch von Amandas Erdbeeren glauben lässt.

Nachdem mich „Orangenträume“ restlos begeistert hat und ich bei „Mandelglück“ ein kleines „Aber“ verspürt habe, hat „Erdbeerversprechen“ ein gewaltiges Ausrufezeichen hinterlassen und war nach langer Zeit mal wieder ein Roman, der mich gepackt hat und den ich nicht zur Seite legen wollte. Wie auch schon in den anderen Bänden der Reihe ist das eigentlich Thema der Geschichte gar keine leichte Kost, wird aber erneut so wunderbar gefühlvoll behandelt, dass man nicht umhinkommt sich emotional voll und ganz auf die Seite der Protagonistinnen zu stellen und mit ihnen zu fühlen und zu leiden. Amanda verlor ihre große Liebe Tom viel zu früh, die junge Jane ihren Vater und beide kämpfen mit dem Verlust ihren eigenen Kampf ohne zu merken, dass sie sich unbemerkt sogar voneinander entfernen. Erst am Amanda den Schritt wagt, eine Trauertherapie zu besuchen, bekommen die Wunden der Vergangenheit eine Chance zu heilen.
Natürlich kommt auch in „Erdbeerversprechen“ das Thema Liebe nicht zu kurz und so trifft Amanda im Rahmen ihrer Therapiegruppe auf Carter, der ebenfalls seine große Liebe verloren hat und nun alleine mit seine beiden Töchtern Sam und Astor ist. Während Amanda sich immer weiter öffnet und einem Leben ohne Tom eine Chance gibt, klammert sich ihre Tochter Jane an die Erinnerungen an ihren Vater und versucht diese zu beschützen. Dass sie dabei vielen Menschen in ihrem Umfeld und insbesondere ihrer Mutter Unrecht tut, bemerkt sie in ihrer tiefen Trauer kaum. Völlig gegensätzlich dazu zeigt die Samantha, die zwar ebenfalls noch um ihre Mutter trauert, aber stets die Fassade waren und für ihren Vater und ihre kleine Schwester stark sein möchte. Auf wunderbar gefühlvolle Art und Weise schafft Manuela Inusa es dabei die unterschiedlichsten Arten der Trauer und den so vielfältigen Umgang mit dem Thema Verlust zu zeichnen. Obwohl der Tod alles andere leichte Kost und das typische Thema eines Liebesromans ist, wirkt die gesamte Geschichte sehr harmonisch und durchdacht. Jede der einzelnen Figuren ist sehr liebevoll geschaffen worden und findet ihren Platz im Großen und Ganzen.
Zwar erscheint mir Amanda manchmal ein klein wenig zu konturlos und hätte an manchen Stellen ein bisschen mehr Charakter und Kanten verdient gehabt, doch macht gerade Carter dieses kleine Manko mit jedem seiner Auftritte in der Geschichte wieder wett und präsentiert sich als der absolute Traummann. Zwar hätte auch die Liebesgeschichte der beiden ein klein wenig mehr Raum und Aufmerksamkeit verdient gehabt, da es alles in allem doch recht schnell und ohne die ganz ganz große Romantik vor sich gegangen ist, aber auch das ist mal wieder Jammern auf sehr hohem Niveau. Gerade im Hinblick auf die eigentliche Thematik der Geschichte und die tiefe Botschaft, dass das Leben in all seiner Dunkelheit und mit all seinen Schicksalsschlägen immer ein Fünkchen Hoffnung für uns bereithält und wir einfach nur bereit sein müssen, dieser Hoffnung auch eine Chance zu geben und Glück wieder zuzulassen.

Fazit:
Schwere Kost in einem leichten Roman? Manuela Inusa kann genau das und begeistert mal wieder mit einer wundervollen Geschichte mit Tiefgang und einer tollen Botschaft. Gleichzeitig entführt sie uns Leser in das wunderbar sonnige Kalifornien und macht Lust auf die wärmere Jahreszeit, Sonnenschein und süße Erdbeeren.
Nachdem ich an Mandelglück ein kleines bisschen etwas auszusetzen hatte, begeistert mich „Erdbeerversprechen“ wieder restlos.
Deshalb freue ich mich umso mehr, dass ich der Fortsetzung der Kalifornischen Träume absolut gerechtfertigte 5 von 5 Sternen und euch eine riesige Leseempfehlung geben kann.

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[All about the books] Manuela Inusa – Mandelglück

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Lasst uns zurück nach Kalifornien reisen und in den dritten und neusten Band der Kalifornischen Träume von Manuela Inusa eintauchen. Nachdem Band 1 „Wintervanille“ auf er Vanille-Farm von Cece Halt gemacht hat und es uns danach mit „Orangenträume“ auf die Orangenfarm von Lucinda verschlagen hat, treffen wir nun mit „Mandelglück“ auf Sophie.

Von Ihrer Geschichte und wie sie mir gefallen hat, möchte ich euch heute erzählen.

Manuela Inusa – Mandelglück

Titel: Mandelglück
Autor: Manuela Inusa
Verlag: Blanvalet
Seiten: 448
ISBN: 978-3-7341-0789-4

Worum geht es?
Sophie führt ein glückliches und vor allem erfolgreiches Leben. Sie ist Chefin eines angesagten Restaurants in Boston, liebt und lebt ihre Arbeit, wohnt in einer teuren Traumwohnung und genießt ihre Freiheit. Als ihre geliebte Großmutter Hattie verstirbt verschlägt es Sophie in die kalifornische Kleinstadt, in der sie als Kind so viele Sommerferien auf der Mandelfarm ihrer Großmutter verbracht hat. Nicht nur der Duft frischer Mandeln weckt bei Sophie längst verborgene Erinnerungen, denn sie trifft sowohl ihre beste Freundin aus Kindheitstagen als auch ihre große Jugendliebe wieder. Als Oma Hattie sie dann in ihrem Testament vor die Wahl stellt, die Farm zu übernehmen, gerät Sophies schönes Hochglanzleben endgültig aus den Fugen.

Rezension:
Die Messlatte lag hoch für Mandelglück, denn der Vorgänger „Orangenträume“ hat mich restlos begeistert und ist nach wie vor für mich das beste Buch, das Manuela Inusa jemals geschrieben hat. Trotzdem habe ich mich natürlich wahnsinnig auf Mandelglück gefreut und bin, soviel kann ich vorweg nehmen, nicht enttäuscht worden.

Nachdem wir den Sommer mit Lucinda auf der Orangenfarm verbracht haben, treffen wir nun im Herbst auf Sophie. Wer sich an Wintervanille erinnert, wird erahnen können, dass Erdbeerversprechen (Band 4, der im Februar 2021 erscheint) also wohl im Frühjahr spielen wird. Ein kleiner Kunstgriff, den ich sehr sympathisch finde. Sophie lernt der Leser zunächst als erfolgsverwöhnt, ehrgeizige Karrierefrau kennen, die ein angesagtes Restaurant leitet und durchaus einige Klischees erfüllt. Besonders sympathisch war sie mir anfangs nicht, besonders ihre durchaus egoistische Art war nicht, was sie für mich besonders interessant gemacht hat. Im Gegenteil, die Sophie des Beginns war ganz sicher niemand, mit dem ich gerne befreundet sein möchte. Diese leicht rücksichtslose und egoistische Art nimmt sie zunächst auch mit nach Kalifornien, wo ihr nach der Beerdigung ihrer Großmutter Hattie erstmals bewusst wird, dass sich ihr Leben in den letzten Jahren nahezu nur noch um sich selbst gedreht hat und sie viele wichtige Dinge aus den Augen verloren hat.

Wie in allen Büchern von Manuela Inusa ist auch in Mandelglück Sophie nicht die einzige Protagonistin. Erneut spannt sich ein Netz zwischen insgesamt drei Frauen, die auf die eine oder andere Art durch Vergangenheit oder Gegenwart miteinander verbunden sind. So trifft Sophie auf ihre alte Freundin Lydia, die sie in einer ihrer schwersten Stunden im Stich gelassen hat und die auch heute noch ihre ganze eigenen Kämpfe mit ihrer aufmüpfigen Tochter zu kämpfen hat. Als trauriger Gegenpol zu der häuslichen Lydia und der erfolgreichen Sophie lernt der Leser schließlich Abba kennen, die als junges Mädchen mit einem älteren Amerika verheiratet wurde, ihre Heimat Mexico und ihre Familie hinter sich lassen musste und nun den Lebensunterhalt versucht auf der Mandelfarm von Sophies Großmutter zu sichern.

Erneut gelingt es Manuela Inusa nicht nur, diese wunderbare Atmosphäre des Kalifornischen Lebens, die Leichtigkeit des Frühherbstes und den heimeligen Mandelduft mit nur wenigen Zeilen zu uns nach Hause zu transportieren, denn erneut spannt sie mit ihren Protagonistinnen auch ein Netz, dass dem Leser einen eigenen Ansporn schenkt, über sich selbst nachzudenken. So fragte ich mich durchaus, ob ich nicht auch manchmal das wirklich Wichtige aus den Augen verloren habe, Menschen die eigentlich eine wichtige Rolle in meinem Leben spielen, aus den Augen verloren habe und ob es wirklich richtig ist, sich so sehr für andere aufzuopfern, dass man sein eigenes Dasein beinahe vergisst.
Das wunderbare an den Büchern von Manuela Inusa ist ganz eindeutig, dass sie uns Lesern diese tiefen Gedanken schenken kann, ohne belehrend zu sein oder uns das Gefühl zu nehmen, einfach nur ein richtiges Wohlfühlbuch zu lesen.

Bei allen Lobeshymnen und wirklichem Gefallen, den ich an dem Buch gefunden habe, hat mich allerdings am Ende das Gefühl ein wenig enttäuscht. Manuelas Bücher leben auch immer ein Stück weit von Emotionen, Liebe und Gefühl, was mir leider in Mandelglück ein klitzekleines bisschen zu kurz gekommen ist. Zwar trifft Sophie ihre Jugendliebe wieder und die beiden schaffen es, ihren alten Konflikt zu lösen, dennoch war mir dieses Handlungsstrang teilweise zu schnell „abgearbeitet“, was ich durchaus schade fand und wo ich mehr mehr gewünscht hätte.

Fazit:
Mandelglück ist erneut eine wunderbare Fortsetzung der Reihe und berührt den Leser erneut sehr tief. Die Kalifornische Sonne machte den teilweise regnerisch tristen deutschen Herbst bedeutend schöner und entführt mal wieder in eine richtige Wohlfühlgeschichte. Dennoch fehlte mir bei Mandelglück im Vergleich zu seinem Vorgänger Orangenträume das gewisse Etwas, weshalb ich mehr als gut gemeinte 4 von 5 Sternen geben möchte.

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[All about the books] Ken Follett – Kingsbrigde

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Wenn ein Autor meine Lese-Leidenschaft im (jungen) Erwachsenenalter entfacht hat, dann ist es Ken Follett. Sein Agententhriller „Die Nadel“ hat ich damals gepackt und nicht mehr losgelassen und nach und nach zum absoluten Bücherwurm mutieren lassen.
Wer Follett liebt, der kam an „Die Säulen der Erde“ nie vorbei und was damals ein wahnsinnig gelungener Mittelalterroman war, hat sich durch die Folgeteile „Tore der Welt“ und „Fundament der Ewigkeit“ zu einer epischen Saga gemausert.

Wer dachte, dass die Reihe der Geschichten aus der aufstrebenden Stadt Kingsbridge beendet ist, der wird spätestens jetzt eines Besseren belehrt.

Ken Follett – Kingsbridge – Der Morgen einer neuen Zeit:

Titel: Kingsbridge – Der Morgen einer neuen Zeit
Autor: Ken Follett
Verlag: Lübbe
Seiten: 1024
ISBN: 978-3-785-72700-3

Worum geht es?
Kingsbridge wie wir es kennen, existiert noch lange nicht. Der kleine Weiler ist nicht viel mehr als ein unbedeutender Fleck auf der Landkarte als die Geschichte im England des Jahres 997 beginnt und uns von Edgar, dem jungen Bootsbauer erzählt, der durch die Hand Fremder alles verliert, was ihm lieb und teuer war. Während Edgar verzweifelt um das kämpft, was ihm von seine Leben noch geblieben ist, streiten sich andere um Reichtum und Macht.

Rezension:
Kingsbridge entführt uns zurück. Zurück in eine Zeit, in der von der mächtigen Kathedrale, die ehrenwerten Mönchen und all den liebgewonnen Charakteren der anderen drei Teile dieser Reihe noch keine Rede war. Wir begleiten Bootsbauer Edgar, der durch alles verloren hat, was sein Leben ausgemacht hat und im kleinen Dorf Drengs Ferry als Handwerker wieder ganz von vorne beginnen muss.

Doch wie in allen seinen Büchern lässt uns Ken Follett nicht nur am Schicksal eines Charakters teilhaben, sondern schafft es ein ums andere mal auf großartige Weise, diverse Handlungsstränge verschiedenster Charaktere zu erschaffen und diese unbemerkt so miteinander zu verflechten, dass das große Ganze uns Leser am Ende einmal wieder restlos begleitet. Sei es die Adelige Ragna, die auf der Durchreise in ein neues Leben ist und noch nichts davon ahnt, in welch eine Familie sie einheiraten wird oder der gutherzige Mönch Aldred, der für Gerechtigkeit steht sowie der machthungrige Wynstan, der über jeden Zweifel erhaben sein möchte und nichts duldet, das ihn in Frage stellen könnte.

Ken Follett entführt den Leser in eine Zeit, die in Mittelalterromanen oftmals zu kurz kommt und schafft es eine wunderbare und stets realistische und plausible Mischung aus seiner fantasievollen Fiktion und seinen tiefgreifenden Recherchen zu kreieren. Ein wahres Meisterwerk, das den Leser nicht nur entführt, sondern auch eine Welt und ein Leben kennenlernt, das uns in unserer heutigen Zeit beinahe unvorstellbar vorkommen mag.

Da es sich bei „Kingsbridge- Morgen einer neuen Zeit“ um die Vorgeschichte, der großen Reihe handelt, ist die Kenntnis der anderen drei Bücher nicht erforderlich und dennoch macht es Spaß, während des Lesens auch immer wieder bekannte Parallelen aus den folgenden Teilen zu entdecken und sich direkt ein wenig tiefer und den Bann der Geschichte gezogen zu fühlen.

Fazit:
Ken Follett wie wir ihn kennen! Kingsbridge ist definitiv ein weiteres Meisterwerk, an dem Fans des Autors einfach nicht vorbeigehen sollten. Auch wenn über 1000 Seiten mal wieder eine Herausforderung sind, verfliegen sie im Nu und ziehen den Leser von Anfang an so sehr in ihren Bann.
Ein absolute Leseempfehlung für Mittelalterfans und solche die es werden wollen und ein grandioser „verspäteter“ Auftakt der bekannten Reihe.
Deshalb kann ich nicht anders, als „Kingsbridge – Morgen einer neuen Zeit“ volle 5 von 5 Sternen zu geben.

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[All about the books] Valerie Korte – Aus allen Wolken fällt man auch mal weich

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Als Blogger über andere Blogger und Influencer zu lesen ist so eine Sache. Teils fühlt man sich ertappt, schmunzelt darüber, dass mein selbst dieses oder jenes Klischee erfüllt. Andererseits ärgert man sich aber auch, dass die Bloggerszene als derart oberflächlich und fake angesehen wird.
Trotzdem mag ich Romane, in denen die Protagonistin eine „von uns“ ist. Eine Bloggerin, eine Influencerin, jemand, der versucht auf kreative Art seine Gedanken und sein Leben zu teilen.

Und um genau so jemanden soll es in meiner heutigen Rezension gehen.

Valerie Korte – Aus allen Wolken fällt man auch mal weich

Titel: Aus allen Wolken fällt man auch mal weich
Autor: Valerie Korte
Verlag: Lübbe
Seiten: 352
ISBN: 978-3-404-18059-2

Worum geht es?
Julia hat ein perfektes Leben – wenn auch nur auf Instagram. Stets top gestylt setzt sie dort die selbst entworfenen Armbänder in Szene, die sie in ihrem Online-Shop verkauft. In Wirklichkeit allerdings ist ihr Kölner Loft nur eine kleine Souterrainwohnung, Töchterchen Fee keineswegs eine verträumte Elfe und der Göttergatte längst ihr Ex. Ein Lichtblick in Julias Alltag ist der Bildhauer Alex von gegenüber, den sie gern heimlich bei der Arbeit beobachtet. Bis er beim Verkauf seiner Werke ihre Hilfe zu brauchen scheint. Plötzlich steht Julia vor der Frage: Wie viel ungeschöntes Leben verträgt die große Liebe?

Rezension:
Der schöne Schein. Kennen wir, die auf Blogs, Instagram und Co unterwegs sind, nicht alle? Wir geben vor authentisch zu sein und doch nutzen wir Filter, um uns an schlechten Tagen zu maskieren und doch drappieren wird noch eine Kerze und noch ein hübsches Dekoelement mehr auf dem Tisch, bevor wir ein Foto machen.
Der Roman von Valerie Korte springt mitten in genau diesen Wunden Punkt von uns Bloggern und schildert sehr authentisch das Leben als Influencer, der dem stetigen, unterschwelligen und doch hausgemachten Druck unterliegt, perfekt sein zu müssen. Dass das Leben oftmals alles andere als perfekt ist und gerade als alleinerziehende Mutter nicht immer einfach, weiß Julia besser als wir und trotzdem versucht sie mit allen Mitteln ihre Scheinwelt der perfekten Ehe, des perfekten Zuhause und dem perfekten Leben aufrechtzuerhalten.

Der Stil von Valerie Korte hat mir sehr gut gefallen und „Aus allen Wolken fällt man auch mal weich“ ist zwar einerseits ein typisch locker-leichter Sommerroman, regt aber dennoch auch dazu an, das eigene Dasein auf Social Media einmal zu hinterfragen und darüber nachzudenken, wieviel Fake eigentlich gesund und nötig ist. Dass die reine Handlung des Buches immer wieder durch vereinzelte Social Media Postings auf Instagram unterbrochen wird, die die kreativen Inszenierungen Julias zeigen, gibt dem Buch meiner Meinung nach eine kleine Prise Besonderheit und lockert die gesamte Geschichte noch ein wenig mehr auf. Zumal so auf humorvolle und selbstironische Art und Weise der extreme Unterschied der Welten klar wird, in denen Julia sich bewegt und die gegensätzlicher kaum sein könnten.
Das Buch nimmt mit einem lebendigen und witzigen Stil die schöne heile Instagram-Welt gehörig aufs Korn und hält der digitalen Welt den Spiegel vor, in der mehr Schein als Sein herrscht. Dass man sich durch diesen scheinbaren Perfektionismus selbst unglaublich unter Druck gesetzt fühlen kann, wissen Blogger und Instagrammer sicherlich aus eigener Erfahrung sehr genau, weshalb es als Leser leicht fällt, sich in Julia hineinzuversetzen, die im Grunde eine ziemlich verunsicherte junge Frau ist, die perfekt erscheinen möchte, um zu gefallen. Im Verlauf des Romans merkt sie jedoch nicht nur, wie schwer ihr die Online-Flunkerei fällt, sondern das ehrlich bekanntermaßen am längsten währt.

Fazit:
Der Geschichte rund um Julia zeigt auf humorvolle und leichte Art und Weise wie irrsinnig die Welt der Blogger und Influencer doch ist, lässt uns Leser lachen und dennoch auch kritisch über uns selbst nachdenken. Sind wir nicht alle auf Social Media ein kleines bisschen Fake?
Valerie Korte gelingt es, die Plattformen wie Instagram in einem anderen, nicht ganz so perfekten Licht erscheinen zu lassen und gleichzeitig auch zu zeigen wieviel Arbeit in dieser Scheinwelt steckt. Die Story bietet ausgesprochen gute Unterhaltung, eine schöne Prise Tiefgründigkeit mit einem guten Schuss Lovestory und kann absolut als Leseempfehlung bezeichnet werden.
Insgesamt möchte ich dem Buch daher 4 von 5 Sternen geben.

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[All about the books] Marie Grasshoff – Cyber Trips

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Manchmal kann es sich lohnen, auch mal über den Tellerrand zu schauen und sich aus der eigenen Komfortzone hinauszuwagen. Manchmal kann es sich lohnen, etwas zu versuchen, von dem man dachte, dass man damit nicht viel anfangen kann. Manchmal kann es sich lohnen, manchmal aber auch nicht…

Marie Grasshoff – Cyber Trips

Titel: Cyber Trips
Autor: Marie Grasshoff
Verlag: Lübbe
Seiten: 448
ISBN: 978-3-404-20967-5

Worum geht es?
Eigentlich würde ich euch an dieser Stelle wie immer ein wenig über den Inhalt berichten. Allerdings handelt es sich bei Cyber Trips um den zweiten Teil einer Reihe, der beinahe nahtlos an Teil 1 anknüpft. Für alle die, die Teil 1 noch lesen möchten, würde die Inhaltsangabe also ein Stück weit spoilern. Um das zu verhindern und euch vielleicht die Lust am Lesen der Reihe zu nehmen, verzichte ich in dieser Rezension auf die Inhaltszusammenfassung.

Rezension
Ein Sprung in ein völlig unbekanntes Genre, einfach mal etwas wagen und ein Buch lesen, von dessen Art man zuvor noch nie etwas gelesen hatte….Warum nicht? Mit Cyber Trips bin ich kopfüber ins Ungewisse gesprungen, denn Science Fiction war bisher nichts, was man in meinem Bücherregal finden konnte. Zudem hatte ich Neon Birds, den erste Teil der Reihe, der 2019 erschienen ist, nicht gelesen. Ein doppeltes Wagnis also.

Im Vorfeld habe mich einige gewarnt, waren gar entsetzt, wie ich denn Teil 2 lesen könnte, ohne Teil 1 zu kennen. Ein Wagnis, ganz klar, aber marie Grasshoff machte es mir leicht. Zwar knüpft Cyber Trips fast nahtlos an Neon Birds an, dennoch wir der Leser auf den ersten Seiten abgeholt und noch einmal ins Bilde gesetzt, was überhaupt passiert ist, welche Eckpunkte der Protagonisten wichtig sind und worauf es ankommt. Allen Bedenken zum Trotz hatte ich also zu keiner Zeit das Gefühl nicht zu verstehen, worum es geht.
Schon alleine im Sinne der Autorin würde ich euch dennoch empfehlen, die Reihe von Beginn an zu lesen, denn die Geschichte als solche, der Stil von Marie und die Mühe, die sie sich beim detailreichen Zeichnen der einzelnen Protagonisten gegeben hat, haben es einfach verdient, von Beginn an gewürdigt zu werden.

So viel Lob wie ich für Marie Grasshoff als Autorin an dieser Stelle aussprechen möchte, so groß ist leider auch das „ABER“, dass in dieser Rezension einfach unterschwellig mitschwebt.
Cyber Trips ist ein tolles SciFi-Buch, dass Fans dieses Genre sicher voll auf begeistern wird, aber es ist einfach nichts für mich.
So traurig es mich macht, das zugeben zu müssen, ich konnte mich einfach nicht für die Art der Geschichte, das Geschehen und diese Welt begeistern.
Nicht, weil das Buch schlecht wäre, es ist einfach nicht mein Genre und einfach nichts für mich gewesen.

Fazit:
Ganz klar vorweg möchte ich festhalten, dass nur mein persönlicher Geschmack zu diesem großen „ABER“ führt. Cyber Trips ist ein toll geschriebenes Buch von einer sehr sympathischen und talentierten Autorin. Mein Ausflug in dieses mir bis dato unbekannte Genre war ein Wagnis und wie ich eingangs festgestellt habe, kann es sich manchmal lohnen etwas zu wagen und manchmal eben nicht.
Trotzdem bin ich mir sicher, dass der zweite Band dieser Reihe Fans des Genres begeistern wird, so wie es Neon Birds ebenfalls getan hat.

Deshalb möchte ich auch bei der Bewertung des Buches von meinem persönlichen Geschmack Abstand nehmen und Cyber Trips dennoch 4 von 5 Sternen geben.

Allen, die gerne regelmäßiger Buchtipps und kurze Rezensionen lesen wollen, sei mein Instagram-Account “All_about_the_books ans Herz gelegt.
Ich freue mich, euch als neue Follower begrüßen zu können!